Warum ich nur noch mit einer einzigen Bridgekamera auf Fototour gehe!

Während ich früher einen ganzen Fotorucksack samt teuren Equipment durch die dreckigsten Lost Places geschleppt habe, gehe ich heute ganz anders auf Tour. Einfach und leicht lautet mein neues Motto. In meinem kleinen Militärrucksack, befindet sich nur noch eine Kamera. Die Rede ist von der Panasonic LUMIX DMC-FZ1000. Dabei handelt es sich um eine Bridgekamera.

Die Bezeichnung für solche Fotoapparate ist wirklich gut gewählt. Sie stellen nämlich das Bindeglied zwischen Kompaktkameras auf der einen und System-/Spiegelreflexkameras auf der anderen Seite dar. Und ich bin ein großer Fan dieses Brücken-Kameratyps. Obwohl hier das Objektiv fest verbaut ist, muss man als ambitionierter Fotograf keinerlei Abstriche machen.

Bedenkt man dann noch die günstigen Preise, wird einem fast schon warm ums Herz. Für relativ wenig Geld bekommt man hier richtig vielseitig einsetzbare Kameras. Manch einer spricht in diesem Zusammenhang sogar schon von der eierlegenden Wollmilchsau. Öfter hört man allerdings den Begriff „Superzoom-Kamera“ Das ist aber nicht der einzige, große Pluspunkt.

Wieso ich Bridgekameras so sehr liebe:
  • Heutzutage kann man im Brustton vollster Überzeugung sagen, dass dieser Kameratyp die Bildqualität einer Systemkamera, mit den Komfort einer Kompaktkamera vereint. Die Bildqualität ist sowohl im Makro- als auch im Telebereich weit besser als man denken könnte.
  • Ich fotografiere zwar viele verlassene Orte, aber auch meine Tages-Ausflüge in schöne Städte möchte ich in hoher Bildqualität festhalten. Und das gelingt mir mit einer Bridgekamera ohne ständig das Objektiv tauschen zu müssen.
  • Obwohl manch einer es gar nicht für möglich hält, kann man hier auch einiges an Zubehör einsetzen. So lassen sich Mikrofone, Bildschirme und natürlich auch Blitzgeräte anschließen. Selbstredend kann jede Einstellung für das perfekte Foto selbst getroffen werden.

Meine Erfahrungen mit Bridgekameras:

Ich darf es eigentlich gar nicht sagen. Selbst zu Zeiten, wo die Foto- und Videografie noch mein Nebenjob war, hatte ich bereits eine kleine Bridgekamera aus dem Hause Fujifilm im Einsatz. Wirklich oft habe ich diese Ersatzknipse für meine Backupkamera aber nicht gebraucht. Und so geriet dieser tolle Typus von Fotoapparat über die Jahre in Vergessenheit.

Doch irgendwann holte mich die Realität ein. Ich wollte nicht mehr ständig Objektive tauschen oder gar mehrere Kameras auf Städtereisen mitnehmen und zu Fuß herum schleppen. Schön leicht sollte mein Rucksack sein und ausreichend Platz für Proviant und Mitbringsel bieten. Es war an der Zeit etwas zu ändern.

Gesagt und getan. Ich ging in mich und fragte mich, was ich wirklich in puncto Fotos möchte. Und eines kann ich euch sagen. Meine Ansichten haben sich über die Jahre geändert. Ein Foto muss eine gute Bildqualität besitzen, aber ich will keine Wissenschaft mehr aus dem Prozess machen. Fast hätte ich meine Handy gegen ein Modell mit besserer Kamera getauscht.

Aber irgendwas sträubte sich in mir. Ich fühlte mich nicht wohl. Wer will schon verwaschene Bilder von Lost Places machen oder sich über einen geringen Zoom ärgern? Ein so starkes Downgrade ist also nichts für mich. Ein Kompromiss muss mehr. Da schoss mir ein Gedanke durch den Kopf: Gibt es noch diese Bridge- oder Superzoomkameras zu kaufen?

Eine kurze Suche auf Amazon und Ebay verriet es mir. Ja, wenngleich die Anzahl der Modelle viel geringer als früher ist. Nach etwas Recherche entschied ich mich auch gleich für eine Panasonic. Die Lumix DMC FZ1000 G9 hatte es mir angetan: Rasend schneller Autofokus, 25 bis 400 mm großer Zoombereich und das alles bei geringem Gewicht und handlichen Maßen.

Gut zu wissen:
Wo die Preise sehr stark variieren, ist auch die Ausstattung höchst unterschiedlich. Mann kann in 2022 noch immer Bridgekameras kaufen, die AA-Batterien benötigen und nur in 720p und das mit sehr stark eingeschränkten Autofokus filmen können. Beim Produktvergleich muss man also sehr genau hinschauen. Sonst gibt es böse Überraschungen.

Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Im Zusammenhang mit Bridgekameras stolpert man häufig über Begriffe wie ideale Reisekamera, günstigster Superzoom oder auch preiswerte Einsteigergeräte. Ich würde nach reiflicher Überlegung sagen, dass man selbst als anspruchsvoller Nutzer mit so einer Kamera glücklich werden kann. Und dabei beziehe ich mich nicht nur auf die Fotooption. Die Videos werden nämlich auch sehr ansehnlich und selbstverständlich lassen sich bei vielen Modellen externe Mikrofone anschließen.

Die Ausstattung kann je nach Preisklasse etwas variieren und damit ist es gar nicht so leicht, allgemeingültige Vor- als auch Nachteile aufzustellen. Während die eine Cam einen hochauflösenden Sucher besitzt, ist der Bildschirm von Modell B nicht mal touchscreenfähig und so geht es immer weiter. Trotzdem wollte ich dir zum Abschluss noch einen kleinen Vergleich bieten:

  • Großer Zoombereich von Weitwinkel bis Telezoom.
  • Geringes Gewicht und handliche Abmessungen.
  • Manuelle Einstellmöglichkeiten in Hülle und Fülle.
  • Kleinere Sensoren und damit frühes Bildrauschen.
Bridgekameras sind optimal geeignet für den Einstieg in die Welt der Fotografie. Aber auch als Ersatzgeräte sind sie keine schlechte Wahl. Und wer möchte, kann auch seine klobige Foto-Sammlung dauerhaft zu Hause lassen und nur noch mit einer Superzoom-Kamera glücklich werden. Günstiger lässt sich zudem der Einstieg in die Vogelfotografie nicht bewerkstelligen.

Was sollte man sonst noch so wissen?

Frage-Antwort-Bereich

Obwohl Superzoom-Kameras nur eine kleine Marktnische bedienen, sind sie unter Lost Place Fans recht beliebt. Da ist es auch gar nicht weiter verwunderlich, dass immer mal wieder ein paar Leser Fragen rund um diesen Kameratyp haben. Dies hat mich auf die Idee gebracht diesen Ratgeber um ein kleines FAQ zu erweitern. Im Folgenden bekommst du die Antworten auf die häufigsten Leserfragen.

Welche Bildqualität bietet eine Bridgekamera?

Häufig liest man, dass diese Kameras vor allem aufgrund ihrer Vielseitigkeit gekauft werden. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass die Qualität der Foto- und Videoaufnahmen in allen Bereichen recht gut sein muss. Und das kann ich so bestätigen. Im Vergleich zu Smartphones oder Kompaktkameras erkennt man den deutlich höheren Dynamikumfang.

Allerdings müssen sich diese Cams auch nicht vor System- oder Spiegelreflexkameras verstecken. Selbstredend kann man nicht nur weit zoomen, sondern auch noch in diesem Brennweitenbereich gestochen scharfe Fotos machen. Wer also scheue Tiere wie Vögel ablichten möchte oder mal einen weit entfernten Gipfel ganz nah heranholen möchte, ist hier wirklich gut aufgehoben.

Und natürlich sind auch Urban Explorer bestens mit diesem Hybrid-Modellen beraten. Man darf nämlich den Videomodus mit dem meist sehr guten Autofokus nicht unter den Teppich kehren. Lost Place Abenteuer können daher nicht nur in Fotos festgehalten werden. Und wer will, schließt noch ein externes Mikrofon an und entführt seine Zuschauer in einen längst vergessenen Ort.

Welche Nachteile bringt der Einsatz einer Bridgekamera mit sich?

Wie immer im Leben, gilt auch hier ein alter Grundsatz: „You get, what you pay for!“ Und genau das ist hier auch so. Die meisten am Markt verfügbaren Modelle liegen in einem preislichen Rahmen von 300 bis 600 Euro. Und dafür bekommt man natürlich keine Profi-Kamera oder hast du schon mal einen Fotograf im Fußballstadion gesehen, der mit einer Bridgekamera herumläuft?

Nein, diese Jungs und Mädels setzen noch immer gerne auf klobige Kameras und riesige Optiken. Das hat auch alles seinen Grund. Zwar müssten Bridgekameras hier unangefochten die Nummer 1 Wahl sein, aber dem ist nicht so. Zu klein ist der Sensor, zu lichtschwach das Objektiv und im Vergleich zu Spiegelreflexkameras ist der Akkuverbrauch gigantisch.

Das hört sich jetzt bestimmt recht schlimm an und widerspricht doch irgendwie dem Artikel, könnte man meinen. Das sehe ich aber anders. Als Hobbyfotograf oder Urbexer, der seine Erlebnisse in Bild und Ton festhalten möchte, hat man nämlich bei weiten nicht so hohe Ansprüche in puncto Bildqualität. Und das gilt auch, wenn man viel in schlecht beleuchteten Gebäuden fotografiert.

Außerdem kann man mit einer Bridgekamera auch tolle Videos der geheimen Locations anfertigen. Die Bildstabilisatoren sind nämlich optimal auf das verbaute Objektiv abgestimmt, es gibt massig Anschlüsse für Zubehör und so gut wie jedes Modell kann heute in 4K aufnehmen. Man einer könnte sich so sogar die Anschaffung einer Actioncam sparen.

Worin unterscheiden sich Bridgekameras von Systemkameras?

Auf den ersten Blick schauen beide Kameratypen wirklich zum Verwechseln ähnlich aus. Nimmt man aber das Objektiv unter die Lupe, wird man schnell einen Unterschied feststellen. Es ist nämlich felsenfest mit dem Gehäuse verbunden und kann nicht getauscht werden. Mal eben eine andere Linse vorne ranschrauben, ist hier nicht möglich.

Das ist aber auch nicht schlimm. Die verbauten Optiken sind recht lichtstark und bieten einen großen Zoom-Bereich. Damit stellen die Ultrazoom-Kameras nicht nur das perfekte Upgrade von einer Kompaktkamera dar, sondern eigenen sich auch für ambitionierte Hobbyisten, die nicht immer voll bepackt auf Fototour gehen möchten.

Häufig liest man davon, dass die verbauten Sensoren sehr klein sind und damit bereits recht früh ein starkes Rauschen in Fotos auftreten kann. Allerdings gibt es auch viele Modelle mit einem 1 Zoll großen Sensor und mit gängigen Bildbearbeitungstools ist das Rauschen schnell korrigiert. Für mich überwiegt hier klar die kleine Größe sowie das vielseitig einsetzbare Objektiv.