Buchreview: Faszination Lost Places – Morbide Orte gekonnt fotografieren

Faszination Lost Places Buchreview

Seit ein paar Jahren ist das Hobby Urban Exploration vielen Menschen ein Begriff. Zu verdanken ist dies zahlreichen YouTubern, die Videos über die Erkundung von verlassenen Orten veröffentlichen. Allerdings steht bei diesen der Unterhaltungswert klar im Fokus. Wer selbst mit der Freizeitbeschäftigung beginnen möchte, wird etwas im Regen stehen gelassen.

Nur ganz wenige Videos und Beiträge mit Tipps & Tricks rund ums Urbexing findet man im Netz. Selbst Bücher existieren kaum. Allerdings hat der Bildner-Verlag einen dicken Schinken herausgebracht, der das Hobby von A bis Z behandelt. Dabei geht der Autor nicht nur auf das Fotografieren, sondern auch auf viele weitere Aspekte des Urban Exploring ein.

Trotz der Aufmachung als umfangreiches Nachschlagewerk, liest sich die Lektüre eher locker. Es geht im Buch nicht nur um die Vermittlung von Wissen, sondern auch ums Eintauchen in die Urbex-Fotografie. Daher geizt der Titel nicht mit zahlreichen Schnappschüssen und Geschichten. Wer allerdings auf der Suche nach einem Fachbuch ist, wird hier etwas enttäuscht werden.

Der Titel täuscht nämlich etwas. Das eigentliche Fotografieren wird hier nur kurz angerissen und richtet sich dabei eher an Fortgeschrittene. Dessen ungeachtet sind die Tipps aber allererste Sahne. Man merkt, dass hier ein Praktiker am Werk war. Was wir von dem Buch halten und ob sich ein Kauf für dich lohnt, verraten wir dir in diesem Testbericht.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Nichts ist für den Autor spannender als die Ruinenfotografie. Daher geht er in diesem Buch auf wirklich jeden Aspekt des Themas ein. Er liefert damit aber nicht nur Inspirationen und Ideen, sondern zeigt auch technische Möglichkeiten auf. Wie es sich für die Thematik gehört, geht er auf rechtliche Aspekte ebenso wie auf potenzielle Gefahren ein.
  • Der dicke Wälzer richtet sich nicht an blutige Fotografie-Anfänger. Ein gewisser Grundstock in puncto Kamerabedienung und Fachwissen wird vorausgesetzt. Wer dieses aber bereits hat, wird von den Tooltips begeistert sein. Man bekommt hier selbst als erfahrener Fotograf noch nützliche Hinweise und Anregungen für neue Bildkompositionen.
  • Besonders gut an dem Werk haben uns die Kapitel über die Urbexing-Ausrüstung sowie die Beleuchtungs- und Bildbearbeitungstechniken gefallen. Aber auch andere Buchrubriken haben es in sich. Sei es in Form von hilfreichen Tipps oder auch spannenden Erzählungen. Die Schreibweise lädt zum vollständigen Durchlesen des Wälzers ein.

Was im Buch behandelt wird:

Wenn man sich neue Fachliteratur zu einem Thema kauft, ist man natürlich am Inhalt interessiert. Und da dieses Werk relativ teuer ist, möchte man wissen, was man für sein Geld bekommt. Daher haben wir alle behandelten Themenbereiche einmal aufgelistet:

  • Fototouren ins Jenseits
  • Ratschläge & Regeln
  • Rüstzeug fürs Urbexing
  • Lost Places finden
  • Hilfreiche Apps
  • Übernatürliches & Sagenhaftes
  • Vielfalt im Verfall
  • Emotionale Architekturfotografie
  • Lichtmalerei & Panoramen
  • Model-Shootings
  • Multiple Belichtung
  • Fotobearbeitung
Am Anfang des Buchs werden die grundlegenden Aspekte des Urban Exploring behandelt. Danach erzählt der Autor viel über Motive, interessante Lost Places und seine Eindrücke vor Ort. In den letzten Kapiteln behandelt er dann die Themen Fotografie, Lichtmalerei, Sprühfresken und natürlich die professionelle Bildveredlung.

Das Lost Places Word Fazit:

Auf den 288 Seiten des Buches gibt es zahlreiche interessante Passagen. Dabei kommt weder der unterhaltsame Wert, noch das Fachwissen zu kurz. Man wird hier in die magische Welt der Lost Places entführt. Dabei beschränkt sich der Schinken aber nicht nur auf verlassene Industriebrachen und andere Gebäude. Auch richtige Ruinen werden behandelt.

Ebenfalls sehr interessant sind die Ausführungen über die knorrigen Riesen. Die Rede ist von beeindruckenden Bäumen und wie man sie gekonnt in Szene setzt. Dabei geht der Schreiber intensiv auf die Lichtmalerei sowie die Benutzung von Rauchbomen ein. Beim Lesen bekommt man dadurch immer mal wieder eine Inspiration oder gleich ein Aha-Erlebnis.

Aber auch das Finden von geheimnisvollen Plätzen sowie die Regeln des Urban Exploring werden detailliert behandelt. Allein das Kapitel über die verwendeten Samrtphone-Apps ist Gold wert. Liest man den Schinken gründlich durch, erhält man hier das vollständige Rüstzeug zur sicheren Erkundung von längst verlassenen Orten.


Gefällt uns:

  • Atemberaubende Bilder
  • Geniale Tipps & Tricks
  • Unterhaltsam & lehrreich zugleich

Gefällt nicht:

  • Die Kindle-Version ist aufgrund des Print-Replica-Stils (Layout der ursprünglichen Druckausgabe) schwer am Tablet zu lesen.
Das Buch ist sehr lehrreich, aber gleichzeitig auch interessant und vor allem unterhaltsam verfasst worden. Es lässt einen daher über den Tellerrand des Hobbys hinausblicken. Selbstverständlich werden aber auch die Grundlagen von der Vorbereitung über das Shooting bis hin zur Nachbearbeitung erklärt. Man merkt dabei wie groß der Erfahrungsschatz des Autors ist.