3 ehemalige Bunker der Grenzstellung am Ahornberg bei Tirschenreuth!

Bunker-Tirschenreuth-Lost-Place

Ganze 98 sogenannter Grenzschutzanlagen hatte die deutsche Wehrmacht ab 1935 im Oberpfälzer Wald errichtet. Groß war die Angst vor einer Invasion der Tschechoslowakei mit der Unterstützung französischer Soldaten. Allerdings kam es nie zum Ernstfall und so musste man die 130 Kilometer lange Grenze zwischen Selb und Furth niemals verteidigen.

Fraglich bleibt auch, ob die 98 kleinen Bunker dafür überhaupt gereicht hätten. Diese verfügten nämlich lediglich über ein befestigtes Maschinengewehr. Dies erkannte schließlich auch die Wehrmacht und verbesserte die Verteidigungslinie. Man begann dafür mit dem Bau von Blockhäusern aus Stein und Holz, um darin bewaffnete Zwischenposten unterbringen zu können.

Allerdings lassen sich all diese Unternehmungen als eher halbherzig bezeichnen. Sie reichten aber prinzipiell aus, da die Tschechen weit mehr Angst vor den Deutschen hatten als es umgekehrt der Fall war. Und wie sich gezeigt hat, war die Furcht nicht unbegründet. Letzten Endes waren es die Deutschen, die im Laufe des 2. Weltkriegs erneut die Grenze stürmten.

Gut zu wissen:
  • Alle 3 Bunker am Ahornberg sind leicht zu erspähen. Sie befinden sich nämlich allesamt nahe der jeweiligen Waldgrenzen. Man braucht diese nur abzulaufen und die Augen etwas offenzuhalten. In der Nähe einer Grenzschutzanlage steht sogar noch ein Wehrmachtvehikel.
  • Die Bunker bei Tirschenreuth sind sehr klein und allesamt dazu noch baugleich. Man wird hier also nicht über mehrere Stunden mit der Erkundung der unterirdischen Anlagen beschäftigt sein. Trotzdem handelt es sich hier um ein sehr interessantes Relikt des Nazi-Verfolgungswahns – ein großartiger Lost Place Bunker.
  • Ins Innere der Bunker gelangt so gut wie kein Licht. Man braucht zum Fotografieren daher nicht nur zur einen externen Blitz, sondern auch eine starke Taschenlampe. Sei es als Hilfe für den Autofokus oder auch fürs eigene Auge beim Fokussieren. Aufgrund der Enge ist man ohne ein vernünftiges Weitwinkelobjektiv beim Fotografieren aufgeschmissen.

Die 3 Bunker der bayerisch-tschechischen Grenzstellung:

Bunker am Ahornberg bei Bärnau

Der fast 800 Meter hohe Ahornberg bei Bärnau wirkt unscheinbar. Es befindet sich dort bloß eine karge Ansiedlung von kleinen und größeren Bauernhöfen. Die Straßen sind eng und werden kaum befahren. Nur selten verirrt sich hierher ein Tourist. Und dies, obwohl es einen wunderschönen Panorama-Wanderweg gibt. Viel interessanter aber sind die Bunker in den Wäldern.

Man muss gar nicht weit in die Wälder hineinlaufen, um die Anlagen zu besichtigen. Allerdings sind sie noch immer gut getarnt und ohne Feldstecher dauert es daher etwas bis man sie erspäht hat. Läuft man nun auf sie zu, fällt einem zuerst die tiefe Mulde an den Eingängen auf. Begrenzt wird diese entweder durch einen Betonriegel oder eine kleine Natursteinmauer.

Zwei stark verrostete Luken führen dann ins Innere der relativ kleinen Bunker. Gleich am Einstieg entdeckt man die ersten Schriftzüge. Aber auch in den anderen Räumen befinden sich überall Aufschriften mit Wörtern wie Ofenrohr, Beleuchtung, Sprachrohr oder Gewehrscharte. Da manches in Frakturschrift geschrieben ist, dauert das Entziffern manchmal ein paar Sekunden.

Gut zu wissen:
Die 3 Bunker bei Tirschenreuth sind allesamt sehr klein und verfügen nur über 2 Räume. Der Größere von ihnen diente dabei als Lager- und Mannschaftsraum. Der Kleinere hingegen beherbergte das Maschinengewehr samt obligatorischer Gewehrscharte. Alle Bunker können betreten werden, sind im Inneren aber übersät mit Scherben und stinkendem Müll.

Wie die Bunker in der Oberpfalz entstanden:

Bunker aus dem 2. Weltkrieg in Bayern bzw. Oberpfalz.

Die Grenzschutzbunker bei Tirschenreuth sind inzwischen in Vergessenheit geraten. Das Gleiche gilt auch für die Entstehungsgeschichte. Bereits 1933 kurz nach der Machtergreifung der Nazis wurde mit der Planung der Anlagen begonnen. Der Bau der ersten Bunker bei Bärnau begann dann 1935, womit der Versailler Vertrags dann endgültig gebrochen wurde.

Allerdings war das ganze Bestreben von vornherein dem Untergang gewidmet. Kein Angehöriger des Militärs bedachte damals, dass in Bunkern immer eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Damit einhergehend ist eine lange Lagerung von Waffen und Munition unmöglich. Man musste die Kampfgeräte also bei besonders zuverlässigen Anwohnern deponieren.

Ein Umstand der den Nazis so gar nicht gefiel. Sie trauten grundsätzlich niemanden. Weder den angeheuerten Zivilarbeitern noch den Leuten in der Umgebung. Immer wieder wurden Behauptungen laut, dass die Standorte durch Landesverräter an die tschechischen Nachbarn weitergegeben worden sein. Dies spielte aber letztendlich keine Rolle mehr.

Grenzschutzanlage-Tschechische-Grenze

Als die Bunker an der Oberpfälzer Grenze 1937 fertiggestellt worden waren, gab man sie ein Jahr später bereits für den Abbruch frei. Warum? Weil sich die Siegermächte mit Deutschland beim berüchtigten Münchener Abkommen darauf einigten, dass das Sudetenland gleich hinter der Grenze dem Deutschen Reich überlassen wird. Daraufhin wurde ein Teil der Bunker gesprengt oder zugeschüttet.

Manch einen von ihnen vergaß man aber auch, weshalb man heutzutage ein paar von ihnen besichtigen kann. Dabei sollte man aber vorsichtig sein. Die Bunkereingänge sind sehr schmal, es ist stockfinster im Inneren und rostige Nägel ragen aus dem Boden. Zudem gibt es vor Ort nur ganz schlechten Handyempfang. Hilfe anfordern dürfte also ein ganz großes Problem darstellen.

Gut zu wissen:
In der Nähe eines Bunkers befindet sich ein verlassener Dreiseitenhof. Er ist umgeben von Büschen, Bäumen und einer großen Wiese. Eine Zufahrtsstraße gibt es nicht mehr, aber der Lost Place ist leicht zu finden. Allerdings wurden inzwischen einige Zäune und sogar eine Sichtschutzbarriere aufgebaut. Ein Betreten ist also nicht erwünscht.