Lost Places finden: 9 effektive Tipps & Tricks aus der Praxis!

Lost Places finden

Lost Places ziehen in den letzten Jahren immer mehr Menschen an. Trotzdem ist es nicht einfach einen verlassenen Ort zu finden. Schließlich teilen Urbexer weder Adressen noch genaue Standortinformationen mit der Öffentlichkeit. Das gilt übrigens auch für uns und diese Webseite hier. Allerdings möchten wir dir erklären, wie man ohne großen Aufwand verlassene Ort aufspüren kann.

Darin liegt schließlich ein großer Reiz dieses Hobbys. Das Recherchieren und Suchen kann richtig süchtig machen. Ist man dann einer der ersten Urbexer, der das Objekt jemals zu Gesicht bekommen hat, ist dies ein unbeschreibliches Gefühl. Außerdem möchte man nicht immer einer von tausenden Besuchern einer bestimmten Location sein.

Und zum Glück gibt es weit mehr Lost Places als die meisten Einsteiger denken. Weder muss man weite Strecken in Kauf nehmen noch sich besonders anstrengen. Oft reicht es schon mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Allerdings geben wir dir im Folgenden noch mehr Tipps an die Hand, wie du schnell vergessene Orte ausfindig machen kannst.

Wichtiger Hinweis zu Beginn:
Besuche die Lost Places nach Möglichkeit nicht allein. Sollte dir etwas zustoßen, kann dir so nämlich niemand helfen. Sinnvoll sind deshalb Gruppen aus 3 Personen. Einer kann dir helfen und der andere wartet an der Straße auf die Rettungskräfte. Des Weiteren solltest du die Locations mit Respekt behandeln. Zerstöre nichts und mach auch sonst keinen Schabernack.

Gehe nicht mit Scheuklappen durchs Leben:

Sich einfach mal ins Auto setzen und die Gegend nach Lost Places absuchen führt meistens nur zu Frust. Außerdem verschwendet man seine Lebenszeit und verpestet die Umwelt. Besser ist es stets seine Augen im Alltag offenzuhalten. Wer ab und mal den Blick von der Straße schweifen lässt, wird nicht selten ein leer stehendes Objekt entdecken.

Oft handelt es sich dabei um unberührte Gebäude, die man völlig ungestört inspizieren kann. Man hat also alle Zeit der Welt um Bilder zu machen oder die Geschichte hinter dem Verfall aufzudecken. Nicht zuletzt, da es bei solchen Lost Places häufig noch nicht zu Vandalismus und Diebstahl gekommen ist. Oft ist man der erste Besucher nach mehreren Jahren des Leerstands.

Da viele Menschen in ihrem Alltag im städtischen Umfeld unterwegs sind, hat man gute Chancen alte Industrieruinen zu finden. Häufig begegnen sie einem auf dem Weg zur Arbeit. Aber auch alte Villen, Krankenhäuser und Schulen gibt es in so gut wie jeder größeren Stadt. Manchmal muss man sogar nur gründlich nachdenken und hat eine Idee.

Oft entdeckt man einen potenziellen Lost Place und vergisst ihn dann im Laufe des Tages wieder. Daher sollte man gleich vor Ort noch den Straßennahmen im Handy speichern. Wer es gleich ganz professionell angehen möchte, legt einen Pin in der Maps-App ab. Nun muss man später noch mal vorbeikommen und einen Blick riskieren.

Freunde, Verwandte & Bekannte helfen gerne:

Lost Places gibt es überall auf der Welt. Aber schon Deutschland ist voll von wunderschönen, verlassenen Orten. Da man selbst nicht das ganze Bundesgebiet nach passenden Locations absuchen kann, braucht man etwas Hilfe. Und hier kommen die Freunde und Bekannten ins Spiel. Viele von ihnen kennen passende Objekte. Damit erleichtern sie das Lost Place finden ungemein.

Aber nicht jeder von ihnen wird gleich mit der Adresse herausrücken. Du musst ihnen erklären, was sich hinter dem Hobby Urban Exploring verbirgt. Dabei solltest du erklären, dass du nur Bilder machen möchtest und dabei höchstens Fußspuren zurücklässt. Dein Ziel ist nämlich nicht Vandalismus oder Diebstahl. Dies ist aber nicht jedem gleich klar.

Wenn du Freunde, Verwandte oder Bekannte in fremden Städten besuchst, solltest du noch etwas zusätzliche Zeit für Erkundungstouren einplanen. Geben sie dir einen heißen Tipp, brauchst du wirklich jede freie Minute. Oftmals reicht das aber nicht. Daher solltest du gleich einen Extra-Tag einplanen.

Nicht selten bekommt man mehrere interessante Orte genannt. Da fällt es dann schwer sich für ein Objekt zu entscheiden. Uns hilft bei der Entscheidung oft ein Blick auf Google Earth oder Street View. So finden wir immer einen geeigneten Lost Place. Beachte aber, dass die Bilder häufig schon älter sind.

Zeitungen und andere regionale Medien sind Trumpf:

Der Tod von Zeitungen wurde schon hunderte Mal heraufbeschworen. Zum Glück gibt es sie aber noch. Häufig braucht man nicht mal ein kostenpflichtiges Abo abzuschließen, da das Online-Angebt zur Recherche vollkommen genügt. Wir brauchen schließlich nur News über bevorstehende Abrisse oder Eigentümerwechsel. Diese werden meist kostenlos auf den Webseiten veröffentlicht.

Zudem kann man online viel besser Lost Places finden. So hat man beispielsweise die Möglichkeit mit der Tastenkombination StRG + F die Unterseite nach Schlüsselwörtern zu durchsuchen. So findet man häufig auf der Startseite passende Artikel für eine tiefergehende Recherche. Echte Profis gehen bei der Recherche aber etwas anders vor.

Einerseits zum Zeitsparen, andererseits um wirklich alle passenden Artikel zu bekommen. Sie benutzen zusätzlich die beliebteste Suchmaschine im deutschsprachigen Raum, um die Webseite gezielter zu durchsuchen. Die Rede ist natürlich von Google. Allerdings braucht man für diese Methode sogenannte Suchoperatoren. Es handelt sich dabei um Suchverfeinerungen.

Das Ganze klingt jetzt aber schwieriger als es ist. Man gibt einfach folgende Zeile in den Suchschlitz ein: site:deinelokalezeitung.de “Suchbegriff deiner Wahl” Selbstverständlich muss man dabei die URL seiner regionalen Zeitung nutzen. Als Suchbegriffe eignen sich Schandfleck, Abriss, Eigentümerwechsel oder Industrieruine.

In den wenigsten Artikeln steht die genaue Adresse des Objekts. Um den Lost Place letztendlich zu finden braucht man daher entweder Ortskenntnis oder man setzt auf Google Maps, Earth oder Street View. Meist dauert die Suche nach der Adresse oder den Koordinaten dank der Dienste gar nicht lange.

Gezielte Suche in heißen Gegenden:

Verlassene Orte im Alltag finden

Meist ist es wenig Erfolg versprechend in der näheren Umgebung nach einem Lost Place zu suchen. Legt man es gezielt darauf an, findet man nämlich meist nichts. Allerdings kann man ab und an mal einen Abstecher während einer Autofahrt in passende Gegenden wagen. Schließlich kennt man ja seinen Heimatort und weiß, wie es in manchen Bereichen aussieht.

Daher kann es sich durchaus lohnen in bestimmten Gebieten, genauer hinzusehen. So ein kleiner Abstecher schadet oftmals nicht und ist sehr aufschlussreich. Wir bevorzugen hierfür große Industriegebiete. Relativ oft findet man dort einen Lost Place. Meistens sind es alte Fabrikhallen oder ganze Industriekomplexe. Allerdings kann sich auch die Fahrt durch Wohngebiete lohnen.

Gute Erfahrungen haben wir mit kleineren Dörfern gemacht. Oftmals entdeckt man dort leer stehende Aussiedlerhöfe oder andere nicht mehr genutzte Gebäude. Da hier nicht alles dicht bebaut ist, kann man sehr schöne Fotos mit Weitwinkelobjektiven schießen. Gerade der rote Abendhimmel bietet sich für stimmungsvolle Aufnahmen an.

Als Anfänger hat man oft mehrere Ideen für passende Areale und kann sich für keines von ihnen entscheiden. Die größten Chancen hat man in alten Industriegebieten. Da diese oft sehr weiträumig sind, kann man vorher einen Blick in Google Earth wagen und dann gezielt bestimmte Orte anfahren. So findet man ohne allzu großen Aufwand einen passenden Lost Place.

Lost Places finden, lässt sich mit Geocaching verknüpfen:

Immer beliebter wird in Deutschland das Finden von sogenannten Caches. Dabei handelt es sich meist um kleine Behälter, die mit einem Logbuch und oft auch einem kleinen Geschenk befüllt werden. Man bekommt Koordinaten genannt und muss dort die nähere Umgebung nach dem Behältnis absuchen. Bevor es aber soweit ist, muss man oft ein kleines Rätsel lösen. Manchmal wird daraus sogar eine kleine Schnitzeljagd mit mehreren Stationen.

Um den genauen Standort aufzuspüren, genügt meist schon ein handelsübliches Smartphone. Schließlich verfügen diese Modelle über ein GPS Modul. Nun muss man bloß noch die passende App installieren. Echte Profis nutzen aber teure GPS-Geräte. Mit diesen kann man auch in schwierigem Gelände noch zuverlässig einen Cache aufspüren.

Und hier kommen wir ins Spiel. Viele Orte sind nämlich Lost Places. Prinzipiell hat man nun 2 Möglichkeiten. Man wirft ab und an einen Blick in Geocaching-Foren oder wird gleich selbst Teil der Gemeinde. Schließlich macht das Erkunden von verlassenen Orten jetzt noch mehr Freude. Man entdeckt nämlich nicht nur tolle Locations, sondern wird auch mit einer kleinem Präsent überrascht.

Wer erst mal in das Hobby hineinschnuppern möchte, muss nicht gleich eine App installieren und sich dann noch bei einem Anbieter registrieren. Manche Caches lassen sich nämlich auch ohne GPS-Koordinaten problemlos aufspüren. Ohne großen Aufwand findet man solche Caches auf den Webseiten der Szene.

Schaue bei Videos & Bildern genau hin:

Achte bei Fotos auf Hinweise

Inzwischen werden von vielen Lost Places nicht nur atemberaubende Bilder veröffentlicht. Immer mehr setzt sich das Format Video durch. Es gibt ganze YouTube-Kanäle, die sich mit keinem anderen Thema außer verlassenen Orten auseinandersetzen. Gerade hier lohnt sich das Hinsehen und Hinhören. Oftmals werden in den Videos versteckte Hinweise auf die Lage und den Ort eingebaut.

Manchmal hilft es auch ein Standbild zu machen und dieses nach bestimmten Merkmalen abzusuchen. Kombiniert man alle Erkenntnisse aus den Videos und Bildern ist es oft sehr einfach den Lost Place zu finden. Manchmal dauert es aber auch mehrere Tage oder zumindest ein paar Stunden bis man die Location aufgespürt hat. Wer am Ball bleibt, wird aber meist fündig.

Wer auf der Suche nach Bildern und Videos von verlassenen Orten ist, sollte nicht nur einen Blick auf gängige Webseiten oder YouTube-Kanäle werfen. Oftmals sind kleine Foren oder Facebookgruppen eine viel bessere Anlaufstelle. Mit der Zeit weiß man auch auf was man bei den Bildern achten muss und findet so immer schneller neue Lost Places.

Gute Erfahrungen haben wir damit gemacht auf Nummernschilder von Autos zu schauen. Häufig kann man den Ort der Location so auf ein bestimmtes Areal einkreisen. Des Weiteren geben einem auch andere Schilder Aufschluss darüber, wo das Objekt liegen könnte. Manchmal werden die Bilder aber auch schon mit passenden Schlagworten veröffentlicht oder in Gruppen mit regionalem Bezug hochgeladen.

Natürlich kostet diese Vorgehensweise viel Zeit. Dafür findet man aber oft echte Perlen. Also Objekte ohne Spuren von blinder Zerstörungswut oder Kabeldieben. Außerdem wurden in solchen Lost Places die Schränke und Behältnisse nicht schon zig mal durchwühlt. Auch wurde deren Inhalt nicht einfach über den ganzen Fußboden verteilt.

Sei aktiv in Foren und Facebook-Gruppen:

In Deutschland sind Foren noch immer sehr beliebt zum Austausch mit Gleichgesinnten. Zwar werden immer mehr Facebook-Gruppen rund ums Urbexing ins Leben gerufen, aber die guten alten Foren sterben nicht aus. Und das ist auch gut so. Sie sind nämlich sehr hilfreich auf der Suche nach neuen und interessanten Locations. Bei diesen Foren sind wir angemeldet:

Aber auch hier kannst du nicht einfach nach Adressen oder Koordinaten fragen. Solche Threads werden schnell gelöscht oder du wirst gleich ganz aus dem Forum geworfen. Du musst also Teil der Gemeinde werden, in dem du selbst Bilder postest oder anderen hilfst. Mit der Zeit wirst du so wertvolle Kontakte knüpfen, mit denen du dich wunder austauschen kannst.

Nicht selten bekommst du über diesen Weg Adressen von wunderschönen Lost Places genannt. Und das Gute an der Sache ist, dass man gleich noch ein paar Tipps rund um das Objekt erhält. Das können beispielsweise heiße Stellen zum Fotografieren sein oder ein paar Punkte zum vorhandenen Objektschutz und der Nachbarschaft.

Unter Urbexern herrscht ein Gemeinschaftsdenken. Allerdings musst du meist erst unter Beweis stellen, dass du die Lost Places nicht verwüsten oder leer räumen möchtest. Erst wenn genügend Vertrauen vorhanden ist, wird man dir mal einen Location-Tipp geben. Das kann aber durchaus etwas dauern. Der schnellste Weg zum Einsteig ist diese Methode gewiss nicht.

Das Internet ist dein Freund und Helfer:

Wenn man mit dem Hobby beginnen möchte, hat man weder Kontakte noch weiß man worauf man beim Ansehen von Bildern oder Videos achten muss. Daher lohnt es sich gründlich im Netz zu recherchieren. Bestimmt weiß jeder, wie man eine Suchmaschine benutzt, die lokale Online-Zeitung aufruft oder Insolvenzmeldungen durchsucht. Es geht aber auch viel einfacher und schneller.

Man muss dazu die beiden Google Dienste Earth und Street View nutzen. Mit Google Earth verschafft man sich einen groben Überblick über ein Gebiet. Dies gelingt dank der hochauflösenden Satellitenaufnahmen recht gut. Oftmals fallen einem so bereits interessante Objekte auf. Man kann sogar sehr nah heranzoomen und gleich mal einen genaueren Blick auf das Gelände werfen.

Allerdings kann man das Objekt noch besser begutachten, wenn man den zweiten Dienst aus dem Hause Google nutzt. Mithilfe von Street View fährt man nun virtuell an dem Objekt vorbei. Natürlich gelingt das nur bei Industrieruinen, Krankenhäusern oder Villen. Einen Bunker oder eine alte Kaserne wird man so natürlich nicht abchecken können.

In Google Street View achtet man dann darauf, ob es sich um ein intaktes Gebäude oder um einen verlassenen Ort handelt. Der Unterschied ist wirklich schnell und leicht zu erkennen. Man kann sich dabei ganz grob an diese Faustregel halten: Umso verwilderter und heruntergekommener es dort aussieht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einen Lost Place gefunden zu haben.

Die Satellitenbilder und Straßenaufnahmen sind nicht auf dem neusten Stand. Häufig sind sie sogar älter als 3 Jahre. Daher ist es möglich, dass das Objekt bereits abgerissen wurde oder man vor Ort auf ein neues Gebäude trifft. Daher ist hier etwas Skepsis immer besser als zu viel Vorfreude. Trotzdem nutzen wir gerne die Goole Dienste zum Lost Place finden.

Unser Fazit über das Finden von Lost Places:

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Alle der vorgestellten Möglichkeiten nutzen wir selbst, um neue Locations aufzuspüren. Für den Anfang reicht es meist etwas im Freundeskreis herumzufragen oder selbst gründlich nachzudenken. Mit der Zeit stößt man so aber an eine gläserne Decke. Daher sollte man sich beizeiten in Foren und Facebook-Gruppen anmelden und neue Kontakte knüpfen.

So geht einem der Nachschub sicher niemals aus. Allerdings wird es auch mal vorkommen, dass man trotz bester Recherche an einem Ort ankommt und das Objekt bereits abgerissen wurde. Wir standen sogar schon mal vor einem neu gebauten Hochhaus. Das war schon ärgerlich, gehört aber bei dem Hobby einfach dazu. Gleiches gilt natürlich auch für die vielen Stunden, die man bei der Recherche nach neuen Lost Places verbringt.

Und wer das Ganze wirklich professionell angehen möchte, sollte dem Archiv seiner Heimatstadt einen Besuch abstatten. Dort findet man nicht nur neue verlassene Orte, sondern findet auch Hinweise auf mögliche Eingänge in Bunker oder Stollen. Manchmal gibt es sogar noch als i-Tüpfelchen einen Verlaufsplan obendrauf.