Flaschenhaus in Lichtenfels: Beeindruckende Location!

Haus-aus-Flaschen-Lost-Place

Wer mit dem Hobby Urban Exploration beginnt und nach Lost Places im Internet recherchiert, wird relativ schnell auf das sogenannte Flaschenhaus stoßen. Das sehr bekannte Objekt befindet sich im nördlichen Bayern, und zwar im Regierungsbezirk Oberfranken. Genauer gesagt befindet es sich dort in der Nähe der Städte Lichtenfels und Hochstadt am Main.

Welche Geschichte sich hinter dem spektakulären Häuschen mitten im Wald verbirgt und ob sich ein Besuch lohnt, erfährst du in diesem Ratgeber. Wie immer verlinken wir in unserem Beitrag noch weiterführende Webseiten und ein paar passende Videos. So kannst dir auch ohne Erkundungstour einen guten Überblick über das Objekt verschaffen.

Gut zu wissen:
  • Objekt: Inmitten des hügeligen Waldes befindet sich ein Haus mit Außenmauern aus Flaschen. Der Lost Place ist überregional bekannt und daher sehr gut besucht.
  • Besonderheiten: starker Vandalismus, keine Zufahrtsmöglichkeit mit dem Auto & Vorhängeschloss und Stacheldraht am Eingangstor
  • Standort: Das Objekt liegt in einem Waldstück zwischen Burgkunstadt und Lichtenfels. Die beiden Städte befinden sich im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken.

Die Historie des Flaschenhauses:

Flaschenhaus Lichtenfels Bayern

Wer etwas tiefer im Netz gräbt, wird allein von der bloßen Anzahl an Halbwahrheiten, Gerüchten und Spekulationen erstaunt sein. Allerdings wohnen wir relativ nah an dem Objekt und konnten so relativ einfach die Wahrheit herausfinden. So soll das Haus bereits in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut worden sein.

Oftmals wird von einem Visionär aufgrund der Flaschen-Bauweise gesprochen. Dies ist auch nicht ganz falsch. Allerdings war der Erbauer eher auf der Suche nach einem günstigen Baustoff. Und da boten sich Glasflaschen natürlich an. Das ganze Projekt wurde eher aus der Not heraus geboren.

Aufgrund dessen gab es auch keine Baugenehmigung. Es handelt sich damit um einen klassischen Schwarzbau, dessen Außenwände vollkommen aus Flaschen bestehen. Allerdings tut dies der Robustheit keinerlei Abbruch. So sind alle Betonböden, Decken und Wände in guter handwerklicher Qualität erbaut worden.

Es wirkt fast so als wäre der Erbauer ein wahrer Perfektionist mit überragenden handwerklichen Fähigkeiten gewesen. Schließlich gab es damals kein Internet, wo man sich in fremde Fachbereiche einarbeiten konnte. Zudem muss der Aufwand riesig gewesen sein, alle Materialien und Hilfsmittel in den Wald zu schleppen. Die Zufahrt zum Objekt ist milde ausgedrückt sehr steil.

Des Weiteren ist das ganze Flaschenhaus sehr durchdacht konstruiert worden. Es gibt einen Kamin, ein großes Wasserbecken im Garten sowie einen eingemauerten Kühlschrank. Der Strom wurde fachmännisch verlegt. Es befindet sich nämlich ein richtiger Sicherungskasten an der Wand. Neben dem Gebäude gibt es noch einen kleinen Schuppen sowie eine Klärgrube.

Gut zu wissen:
Besonders faszinierend finden wir, dass das Haus sowohl über sanitäre Anlagen als auch eine autarke Stromversorgung verfügte. So befinden sich im Inneren ein Waschbecken und ein WC. Im Garten gibt es sogar eine frei stehende Badewanne. Wir würden gerne mehr über die Geschichte schreiben, aber der Erbauer ist bereits verstorben und echte Zeitzeugen fanden wir keine.

Der heutige Zustand des Flaschenhauses:

Flaschenwand Haus

Noch immer ist das Gebäude ein großes Ärgernis für die Behörden. Der Wald hat inzwischen einen neuen Eigentümer, aber auch dieser lässt das Objekt nicht abreißen. Laut verschiedenen Aussagen störe er sich nicht an dem Haus. Vermutlich sind ihm aber die Kosten zu hoch. Das ist aber auch gut so, denn sonst hätten wir hier nichts zu berichten.

Unzählige Neugierige haben das Flaschenhaus bereits erkundet. Es ist ein kleiner Touri-Magnet. Leider haben auch immer wieder Menschen im Inneren ihren Frust abgebaut. So wurden Glasbausteine mit rauer Gewalt aus der Wand gerissen oder kaputt geschlagen. Auch die Möbel wurden geklaut und zu Kleinholz verarbeitet. Ein paar Stücke befinden sich aber noch immer im Inneren.

Allerdings wirkt das Anwesen inzwischen etwas trostlos aufgrund der starken Verwüstung. Wer nicht die Möglichkeit hat, das Farbenspiel der Gläser bei schönem Wetter zu sehen, könnte schon fast von einer Ruine sprechen. Schließlich wurde ein Loch in die Fassade geschlagen und kein einziges Fenster ist mehr heile. Man erkennt aber noch gut, dass der einstige Bewohner fließend Wasser, einen Fernseher sowie Strom hatte.

Wenn man das Flaschenhaus genau inspiziert, wird einem ein vollkommen verschlossener Raum auffallen. Wie man in diesen gelangt, hat noch keiner herausgefunden. Gleiches gilt übrigens für die Verwendung. Viele vermuten, dass man in das Zimmer mithilfe eines mittlerweile eingestürzten Tunnels gelangen konnte.

Gut zu wissen:
Angeblich soll der damalige Bewohner des zweistöckigen Hauses auf sich nähernde Polizisten mit einer Schrotflinte geschossen haben. Dies soll einen groß angelegten SEK-Einsatz zur Folge gehabt haben. Ob an der Geschichte etwas Wahres dran ist, wissen wir leider nicht. Allerdings ist der Zaun mit Stacheldraht versehen, was den Mythos glaubhaft wirken lässt.