Fotos sichern: Datenträger, Fallstricke & Tipps vom Profi!

Fotos sichern

Nichts wird von Hobby-Fotografen und vielen PC-Nutzern stiefmütterlicher behandelt als die Datensicherung. Dies ist aber ein großer Fehler! Schneller als man denkt, kann eine Festplatte den Geist aufgeben. Die inzwischen flächendeckend verbauten SSDs kündigen einen Schaden nicht mehr durch Klackern oder Kratzen an. Dazu fehlt es ihnen schlicht an beweglichen Bauteilen.

Aufgrund dieses Umstands sollte man regelmäßig Back-ups seines PCs machen. Unter Windows gelingt dies aber nicht mit den Bordmitteln. Empfehlenswert ist hierfür Spezial-Software. Allerdings sichert man hiermit seinen kompletten PC, also nicht nur die Bilder. Dafür ist der Rechner nach einem Festplattencrash in Windeseile wieder einsatzfähig. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt.

Allerdings hat nicht jeder die Lust, die Zeit oder das nötige Budget, um sich so intensiv mit der Datensicherung auseinanderzusetzen. Vielen genügt auch eine einfache Sicherung ihrer Bilder. Und dies ist heute wirklich günstig realisierbar. Schließlich werden Speichermeiden immer billiger und Cloud-Dienste stocken Jahr für Jahr ihre Kapazitäten auf.

Wann welche Lösung sinnvoll ist und wie ich das Thema angehe, erfährst du in diesem Beitrag. Und eines gleich vorweg. Ich bin von Beruf IT-Techniker, gehe aber trotzdem pragmatisch an die Sache heran. Im Folgenden werde ich also eher weniger über Netzwerkspeicher und RAID-Systeme schreiben. Dieser Beitrag richtet sich an normale User mit gängigem technischen Wissen.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Man hat heutzutage 3 grundlegende Möglichkeiten, um seine Bilder zu sichern. Da wären externe Datenträger, Netzwerksspeicher und Cloud-Dienste. Alle Varianten haben dabei ihre Vor- als auch Nachteile.
  • Wer kleine Datenmengen sichern möchte, sollte sich mit externen Festplatten, USB-Sticks, Speicherkarten und Cloud-Diensten auseinandersetzen. Bei den ersten 3 Varianten hat man die volle Kontrolle, während man bei einer Cloud nie weiß wer alles Zugriff hat.
  • Professionelle Fotografen oder Hobbyisten mit einer sehr großen Bilddatenbank werden mit externen Datenträger und Cloud-Angeboten nicht glücklich. Für sie empfiehlt sich die Investition in ein NAS-System mit einem RAID 1 Verbund.

Welche Datenträger eignen sich zur Sicherung?

Die Zahl an Speichermöglichkeiten für Fotos ist wirklich riesig. So gut wie jedes am Markt käufliche Speichermedium kann für Sicherungskopien genutzt werden. Allerdings gibt es zwischen den Speichertypen große Unterschiede. Und damit gemeint sind nicht nur der Preis oder die Geschwindigkeit. Wichtige Kennzahlen sind noch die Zugriffszeit und vor allem die Zuverlässigkeit.

Grundsätzlich eignen sich diese externen Datenträger zum Sichern von Fotos:

  • CD/DVD/Blu-Ray
  • Speicherkarten
  • USB-Sticks
  • Externe Festplatten
  • Netzwerkspeicher
  • Magnetbänder

Optische Datenträger – CD/DVD/Blu-Ray-Disc:

Ende der 1990er-Jahre wurden beschreibbare CDs und DVDs für Sicherungskopien genutzt. Allerdings sind sie in der heutigen Zeit eine sehr teure und umständliche Sicherungsvariante. Für sie spricht im Prinzip nur die etwas höhere Lebensdauer. Nur bleibt die Frage offen, wie lange man DVDs oder Blu-Rays noch in PCs nutzt.

Schließlich wird inzwischen so gut wie alles direkt aus dem Internet heruntergeladen. Aufgrund dessen werden immer mehr Computer und Notebooks gekauft, die über keinerlei Laufwerk verfügen. Da auch Smartphones und Tablets immer häufiger in Privathaushalten die klassischen PC-Systeme ersetzen, sind optische Medien die falsche Wahl für zukunftsfähige Datensicherungen.


Vorteile:

  • Selbstgebrannte DVDs können bis zu 30 Jahre lang halten.

Nachteile:

  • Geringer Speicherplatz
  • Sehr teuer
  • Immer weniger Geräte verfügen über ein passendes Laufwerk.

Speicherkarten & USB-Sticks:

USB Sticks

Früher waren sie sehr teuer und ihr Speicherplatz war wirklich gering. Allerdings hat sich das Blatt gewendet. Die Karten und Sticks wurden nicht nur kleiner, sondern auch leistungsstärker. Die Transferraten sind massiv gestiegen und heutzutage bekommt man 128 GB Speicherplatz für kleines Geld. Daher eignen sich diese durchaus als Sicherungsmedium.

Wer gleich 2 kauft und seine Fotos auf beiden ablegt, hat eine kostengünstige und vor allem platzsparende Sicherungsmöglichkeit gefunden. Allerdings sammeln sich doch schnell größere Datenmengen auf der eigenen Festplatte an. Schuld daran sind die immer größer werdenden Kamerasensoren sowie das RAW-Format. Daher kann nicht jeder auf Speicherkarten oder Sticks als Backup-Medium zurückgreifen.

Die handlichen Datenträger eignen sich vor allem für Leute, die wenig Bildmaterial sichern möchten oder hauptsächlich JPGs anstelle von RAW-Bildern schießen. Die Transferraten sind vollkommen ausreichend. Zudem kann man die Speichergeräte nicht nur platzsparend lagern, sondern auch in der Hosentasche transportieren.


Vorteile:

  • Günstig
  • Platzsparend
  • Langlebig

Nachteile:

  • Schnittstelle am Endgerät benötigt.
  • Können aufgrund der kleinen Größe schnell verloren gehen.

Externe Festplatten zum Bilder sichern:

Externe Festplatten zum Fotos sichern

Das beste Verhältnis in puncto Preis zu Gigabyte fahren noch immer die guten alten Festplatten ein. Allerdings holen SD-Karten und USB-Sticks kontinuierlich auf. Dafür sind die externen Platten robuster gebaut. Allerdings schlägt die strapazierfähige Bauform in einem höheren Gewicht zu Buche. Die Lebenserwartung beträgt etwa 10 Jahre.

Wer sich eine zuverlässige und schnelle externe Festplatte zur Fotosicherung zu legen möchte, sollte auf mehrere Aspekte Acht geben. Empfehlenswert ist die kleinere Bauform 2,5 Zoll (6,35 Zentimeter). Obwohl die Platten damit kleiner sind, ändert sich an der Leistung nichts. Weiterhin sollte im Inneren keine alte Magnetplatte (HDD) mehr ihren Dienst verrichten.

Die mechanischen Festplatten sind einfach nicht mehr Stand der Technik. Selbst mit der höheren Drehzahl von 7200 U/Min reichen sie bei der Übertragungsrate nicht einmal ansatzweise an die SSDS heran. Zudem sind sie aufgrund der vielen mechanischen Bauteile anfällig für Schäden. Gerade Erschütterungen, wie sie bei einem Transport alltäglich sind, mögen die HardDiskDrives gar nicht.

Im Prinzip reichen die oberen Features für den günstigen Hausgebrauch vollkommen aus. Es ist aber darauf zu achten, dass man die Daten immer auf 2 Festplatten ablegt. Wer viel Wert auf Schutz vor Zugriffen durch Dritte legt, kann sich eine Platte mit AES-256-Bit-Hard­ware-Ver­schlüs­se­lung kaufen. Ebenfalls interessant ist noch ein Schutz gegen Spritzwasser.

Kleiner Tipp vom Profi:

Selbstgebauter USB-Stick zur Datensicherung

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass man sich mit etwas handwerklichem Geschick bessere externe Festplatten bauen kann. Und dafür muss man wahrlich kein IT-Techniker sein. Es genügt bereits eine M.2 SSD sowie ein passendes Gehäuse. Da M.2 Festplatten noch kleiner sind, kann man sich damit zum Beispiel einen 2 TB großen und sehr schnellen USB-Stick bauen.


Vorteile:

  • Bestes Preis-Gigabyte-Verhältnis
  • Hohe Transferraten
  • Breites Repertoire an Features

Nachteile:

  • Mechanische Platten sind anfällig gegenüber Erschütterungen und Stößen. Stürze vom Schreibtisch überleben sie daher nicht.

NAS-Systeme für eine effiziente Handhabung:

Der Königsweg in Sachen Fotosicherung ist ein NAS-System im heimischen Netzwerk. Zur Einrichtung und Nutzung benötigt man aber ein größeres Fable in puncto Technik. Ab und an möchten nämlich Updates eingespielt werden oder Anpassungen vorgenommen werden. Dafür kann man allerdings zig User anlegen, die alle unterschiedliche Zugriffsrechte auf die Daten bekommen.

Neben den Fotos können hier noch andere Daten ohne Sorgen vor Fremdzugriff abgelegt werden. Wer möchte, kann sogar einzelne Ordner oder die ganze Festplatte verschlüsseln. Darüber hinaus bieten inzwischen selbst günstige Geräte die Möglichkeit an 2 Festplatten zu verbauen. Hiermit wird es möglich die Inhalte von einer Platte auf die andere zu spiegeln. Die Daten sind dann also doppelt da.

Pragmatisch ausgedrückt heißt dies, dass ein einzelner Festplattencrash nicht mehr zum Datenverlust führt. Im Fachjargon spricht man hier von einem RAID-1-Verbund. Die Einrichtung ist relativ einfach und überfordert Laien erfahrungsgemäß nicht. Man muss lediglich die Software nutzen können.

Weiterhin bieten die bekannten Hersteller eigene Smartphone-Apps an, damit Fotos automatisch auf dem NAS-System abgelegt werden. Man braucht sich hier also um nichts zu kümmern. Des Weiteren sind die Speichergeräte bestens auf das Organisieren und Präsentieren von Daten ausgelegt. Es muss keinerlei Fremsoftware installiert werden.

Alle gängigen Fotobearbeitungsprogramm können die Bilder problemlos von der NAS-Station importieren. Im Gegensatz zu einer externen Festplatte sind die Datenraten im Heimnetzwerk aber etwas langsamer. Dies fällt bei Bildern aber nicht in das Gewicht. Hier überwiegt die effiziente Handhabung.

Man braucht nämlich keine externen Datenträger rauszukramen, anzuschließen und schließlich noch nach den passenden Bildern zu durchsuchen. Möchte man seine Urlaubsfotos präsentieren, kann man dies ganz bequem am heimischen Fernseher machen. Die meisten TV-Geräte können in wenigen Sekunden mit einem NAS-System verbunden werden.

Kleiner Tipp vom Fachmann:

Natürlich ist ein NAS für viele Privatanwender zu teuer. Allerdings kann man heutzutage eine externe Festplatte an seinen Router anschließen und diese binnen weniger Mausklicks zu einem Netzwerkspeicher umfunktionieren. Mittels des Windows Explorer kann man dann ganz bequem auf die Daten zugreifen. Außerdem kann man mit verschiedenen Endgeräten auf die Bilder zuzugreifen.


Vorteile:

  • Alle Geräte im Netzwerk können auf die Daten zugreifen
  • Man kann die NAS ans Internet anbinden und damit als eigene Cloud nutzen.
  • Es lassen sich User und Zugriffsrechte anlegen.

Nachteile:

  • Die Transferraten sind langsamer aufgrund der Latenzzeiten.
  • Gute NAS-Systeme sind teuer und für Privatleute nicht erschwinglich.
  • Für die Einrichtung und den laufenden Betrieb muss man sich etwas in die Materie einarbeiten.

Die Cloud zur einfachen Fotosicherung:

In den letzten Jahren wird Cloud-Speicher bei Privatmenschen immer beliebter, um eigene Fotos oder auch Dokumente sicher zu archivieren. Die Preise fallen konstant und die Tarife bieten immer mehr Speicherplatz an. Wer sich wirklich um nichts kümmern möchte und keine Datenschutzbedenken hat, sollte einen Cloud-Anbieter nutzen.

Für den Einstieg reicht sicherlich Googles eigener Dienst GDrive. Dort bekommt man 15 GB kostenlos und kann die Fotos auf seinem Android-Smartphone mit wenigen Klicks regelmäßig sichern lassen. Man braucht sich dann wirklich, um nichts mehr zu scheren. Offen bleibt lediglich die Frage, wie sicher die Bilder vor fremden Zugriff sind.

Nicht selten werden Clouds gehackt oder Fehler im System führen zu Datenlecks. Wirklich brisantes Material gehört daher nicht unverschlüsselt in eine Cloud. Oftmals stehen die Server außerhalb von Deutschland und man weiß nie, ob von den Daten ausreichend Sicherungskopien angefertigt werden. Ein Festplattencrash könnte daher durchaus zu Datenverlust führen.

Kleiner Tipp vom Experten:

Günstige Cloud-Anbieter kommen und gehen. Man weiß bei diesen Diensten nie, wann der Stecker gezogen wird. Daher sollte man eher zu renommierten Anbietern greifen. Diese halten sich auch nachweislich an die geltende Datenschutzgrundverordnung. Außerdem sollte eine Cloud niemals die vollständige Datensicherung im professionellen Bereich darstellen.

Sinnvoll ist es nach wie vor die Daten lokal zu speichern und die Cloud als ortsunabhängige Speichermöglichkeit zu verstehen. Sollt es zu Hause einmal brennen, hat man immer noch die Reserve in der Cloud. Dieses sollte aber nach Möglichkeit immer ordentlich verschlüsselt werden, um Hackern das Leben so schwer wie möglich zu machen.


Vorteile:

  • Kalkulierbare Kosten
  • Einfache Handhabung durch Apps.

Nachteile:

  • Eine schnelle Internetverbindung ist von Vorteil.
  • Die Datensicherheit sowie Verfügbarkeit hat man selbst nicht in der Hand.

Worauf gilt es beim Fotos sichern zu schauen?

Zum Glück muss man sich hier nicht an komplizierte Datensicherungsmodelle halten. Daher braucht man sich auch nicht zu lange mit dem Thema zu beschäftigen. Im Prinzip gesehen, fertigt man lediglich eine Kopie der Bilder an. Dazu braucht es weder ein Spezialprogramm noch Ahnung von professionellen Datensicherungskonzepten.

Als Laie sollte man dabei, wie folgt vorgehen: Die regelmäßig genutzten Bilder bleiben auf der Festplatte im PC und werden zusätzlich auf mindestens einen externen Datenträger übertragen. Alles, was man nicht regelmäßig braucht, löscht man vom Rechner und speichert es auf 2 weiteren Medien.

Wichtig ist hierbei, dass man die Datenträger für die Sicherungskopien nicht dauerhaft am PC angeschlossen hat. Dies hat gleich mehrere Gründe. Man verbraucht so nur unnötig viel Strom und verringert die Lebenszeit der Datenträger viel zu sehr. Unabhängig davon macht man es Hackern & Viren so sehr leicht die Sicherungsdatenträger unbrauchbar zu machen.

Diese können so nämlich problemlos zerstört oder verschlüsselt werden. Ein Szenario, das auf keinen Fall eintreten sollte. Als Faustregel gilt, dass man jede Datei mindestens doppelt haben sollte. Sprich auf 2 voneinander unabhängigen Speichermedien. Umso mehr Kopien man hat, desto besser ist die Fotosicherung.

Gut zu wissen:
Als Hobbyfotograf kann man die Fotos manuell auf die jeweiligen Datenträger kopieren. Wer das Ganze aber automatisieren möchte, sollte sich das kostenlose Microsoft SyncToy zulegen. Dieses Tool synchronisiert dann beispielsweise einen bestimmten Ordner am PC mit einem auf der Festplatte. Selbstverständlich sind auch andere Funktionen möglich.

Was sollte man noch wissen?

Frage-Antwort-Bereich

Kaum ein Thema ist so trocken und kompliziert wie die heimische Datensicherung. Es gibt Unmengen an Datenträgern, Spezialprogrammen und Fallstricken. Immer wieder landen daher E-Mails mit Fragen über Fragen in unserem Postfach. Dies hat uns schließlich dazu veranlasst den Ratgeber, um einen Frage-Antwort-Bereich zu erweitern. So bekommst du noch mehr wertvolle Informationen.

Welches Speichermedium eignet sich, um Smartphone-Fotos zu sichern?

Am einfachsten und schnellsten geht die vollautomatische Synchronisation mit einem Cloud-Dienst. Bei Android wäre dies Googles GDrive. Apple hingegen nennt seinen eigenen Cloud-Dienst iCloud. Alternativ lassen sich die Daten auch auf dem eigenen NAS, dem heimischen PC oder einer externen Platte speichern. Die 3 letztgenannten Möglichkeiten sind aber wahre Zeitfresser.

Wie wichtig sind Sicherungskopien der eigenen Fotos?

SD-Karten von Kameras können beschädigt werden, PC-Festplatten geben oft deutlich vor der angegebenen Lebenszeit den Geist auf und schon ist die Kacke am Dampfen. Nichts ist daher wichtiger als eine Datensicherung. Am besten kopiert man nicht nur die Bilder auf externe Speichermedien, sondern fertigt ein vollständiges Abbild des PCs an. So ist dieser in Windeseile wieder betriebsfertig.

Warum gehen Festplatten in Notebooks und PCs kaputt?

Es gibt zig Gründe, warum Festplatten den Geist aufgeben. Oft ist es menschliches Versagen: Der Kaffee läuft über das Notebook oder man stößt im laufenden Betrieb mit voller Wucht gegen den Rechner. Notebooks fallen vom Tisch beim Hängenbleiben im Netzkabel oder Laptoptaschen schützen nicht ausreichend beim Stürzen. Aber auch Überspannungen im Stromnetz sorgen für defekte Festplatten.