Fränkisches Wunderland: Der Urbexer-Freizeitpark im Porträt!

Fränkisches-Wunderland-Lost-Place

Heute stellen wir dir einen ganz besonderen Lost Place vor. Die Rede ist vom ehemaligen Freizeitpark im bayerischen Plech. Dieser ist wegen Sanierungs- und Umbauarbeiten seit ein paar Jahren geschlossen. Aber das gilt nicht für jeden. Urban Explorer, Fotografen und Filmcrews erhalten Zutritt. Dieser ist aber nicht kostenfrei und es bedarf der Kontaktaufnahme mit den aktuellen Besitzern.

Dafür darf man sogar mit einer Drohne über das Gelände fliegen. Gerade für Filmcrews ist der Park damit ein interessanter Drehort. Der Vollständigkeit halber sei aber erwähnt, dass man das Foto- und Videomaterial nur nach Absprache uneingeschränkt nutzen darf. Wer den Park lieber im Dunklen erkunden möchte, kann dies während den regelmäßig stattfindenden Nachtwanderungen machen.

Warum sich ein Besuch des Lost Places definitiv noch lohnt, welche tollen Motive sich dort verstecken und noch so einiges mehr verraten wir dir in diesem Artikel. Außerdem geben wir noch ein paar Eckdaten zur Historie preis. Als Kinder waren wir nämlich noch selbst im Freizeitpark und durften die Attraktionen erleben. Wie es damals so war, erfährst du als Erstes.

Gut zu wissen:
  • Dem Lost Place soll bald neues Leben eingehaucht werden. Allerdings wird das bestehende Konzept dafür gewaltig umgekrempelt. Geplant sind spektakuläre Shows, authentische Übernachtungsmöglichkeiten und mehr Fahrgeschäfte.
  • Inzwischen stehen nicht mehr alle Fahrgeschäfte. Der Park wartet aber noch immer mit einer tollen Westernkulisse sowie einem Märchenwald auf. Gerade in der Westernstadt lassen sich tolle Aufnahmen realisieren.
  • Bereits 2014 wurden einige Fahrgeschäfte demontiert und der Park blieb die ganze Saison über geschlossen. Seit 2016 öffnet er seine Pforten für besondere Veranstaltungen sowie Foto- und Videografen.

Die Geschichte des Freizeitparks:

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Es war Pfingsten 1976 und der heutige Lost Place wurde eröffnet. Seit dem wurde er kontinuierlich vergrößert. Bis zur Schließung gab es 3 unterschiedliche Themenwelten: eine große Westernstadt, einen Märchenwald sowie ein Areal für Kleinkinder.

Anfangs drehte sich alles rund um den Wilden Westen. Erst 1993 gab es eine Achterbahn im Fränkischen Wunderland. Getauft wurde sie auf den Namen Kansas City Express. Die heutige Eigentümer-Firma heißt übrigens genau so. Um den Park attraktiver zu gestalten, erblickten 1996 und 1997 mehrere Attraktionen das Licht der Welt.

So wurde ein Kletterberg, ein Kettenkarussell, ein großer Drachenturm samt Rutschen sowie eine elektrische Schießhalle eröffnet. Aber das war den damaligen Besitzern noch nicht genug. So wurde ein Riesenrad mit Westerngondeln gebaut und zum 25-jährigen Jubiläum eingeweiht. Bereits von der Autobahn konnte man den Park damit erkennen.

Im Lauf der Zeit wurden noch weitere größere und kleinere Fahrgeschäfte gebaut. Besonders hervorheben möchten wir die Sling-Shot-Anlage sowie das Riesentrampolin. Außerdem spendierte man dem heutigen Lost Place Freizeitpark eine über 3000 m² große Spiel- und Aktionshalle.

Leider konnte man nicht mit den vielen schneller wachsenden Erlebnisparks mithalten und verlor daher über die Jahre zusehends an Besuchern. Damit einher gingen auch immer mehr marode Attraktionen und so blieben schließlich die Gäste aus. In der letzten regulär geöffneten Saison wurden bereits viele Fahrgeschäfte abgebaut. Das Ende war eingeläutet.

Unserer Meinung nach kam es aber viel zu früh. Der Park hatte auf jeden Fall seinen ganz eigenen Charakter. Er bot Jung und Alt tolle Attraktionen und die Eintrittspreise waren günstig. Außerdem wurden in einer Show die rituelle Tänze der Azteken-Indianer vorgeführt. Und das sogar noch in einem originalen Mandan-Erdhaus.

Gut zu wissen:
Es gab noch weit mehr Erlebnisse im Fränkischen Wunderland. Für kleine Kinder wurde eine Mini-Eisenbahn errichtet, ein Pilzlehrpfad gebaut und sogar eine Sommerrodelbahn aufgestellt. Für Jugendliche und Erwachsene gab es ein Whisky-Karussell, ein Bergwerk mit Goldwaschanlage, ein Kettenkarussell sowie einen Rodeobullen.

Der aktuelle Zustand des Erlebnisparks:

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Seit der Schließung wurden immer mehr Fahrgeschäfte und Erlebnisse abgebaut. Aber noch immer handelt es sich hier um einen wunderbaren Freizeitpark fürs Urban Exploring. Dies liegt aber nicht nur an der spektakulären Westernstadt und allen damit verbundenen Fahrgeschäften. Auch, wenn deren Erkundung extrem großen Spaß bereitet.

So stehen noch immer große Teile des Aktionsareals und im angrenzenden Wald befinden sich ganz versteckt noch ein paar kleine Überraschungen. All dies ist aber eher für Lost Place Anhänger interessant. Wer stattdessen einen Drehort oder einen Platz für ein Westernshooting sucht, ist hier auf jeden Fall fündig geworden.

Allerdings eignet sich die komplette Ausstattung des Geländes als günstiger Foto- und Videohintergrund. Nicht immer muss hier der Themenschwerpunkt auf den Wilden Westen gesetzt werden. Ein Gruselfilm kann hier ebenso gedreht werden. Der Fantasie sind schließlich keine Grenzen gesetzt.

Zu verdanken ist dies der Tatsache, dass noch immer viele Attraktionen in einem akzeptablen Zustand sind. Außerdem hat man auf dem Gelände ausreichend Platz für die Crew, die Technik und alles andere. Daher wird der Veranstaltungsort immer wieder von kleineren Filmteams gemietet.

Man muss nicht zwangsläufig ein Urban Explorer oder Fotograf sein, um hier auf seine Kosten zu kommen. Gerade die nächtlichen Wanderungen bieten sich für Familien mit kleinen Kindern an. Sie finden regelmäßig statt und sind eine Art Rundführung mit leichtem Gruselfaktor.

Gut zu wissen:
Obwohl man für einen Besuch des Lost Places eine Menge Eintrittsgeld hinblättern muss, gibt es vor Ort nur Toiletten und ein paar funktionstüchtige Märchen. Der Rest der Ausstattung ist nicht mehr funktionstüchtig und bietet sich daher nur zum Schwelgen in Erinnerungen oder Fotografieren an.