Gefahrenquellen in Lost Places: Wie man sich erfolgreich schützt!

Lost Places Gefahrenquellen

Wer zum ersten Mal einen verlassenen Ort erkunden möchte, fragt sich berechtigterweise wie gefahrvoll das Vorhaben ist. Aus eigenen Erfahrungen wissen wir, wie schnell man sich vor Ort übel verletzen kann. Natürlich führt auch die rechtliche Lage zu einer gewissen Brisanz.

Wer nämlich über einen Zaun klettert oder sich durch ein zerbrochenes Fenster Zutritt verschafft, kann sich nicht nur eine Verletzung zuziehen, sondern macht sich meist auch des Hausfriedensbruchs strafbar. Darum soll es aber in dem Artikel nicht gehen. Wir möchten typische Gefahrenquellen in Lost Places aufzeigen.

Dabei geht es uns um die Vermeidung von Verletzungen, die optimale Schutzkleidung und die richtige Ausrüstung für einen sicheren Besuch. Eines gleich vorweg: Die Locations sollte man niemals allein und erst recht nicht ohne Erste-Hilfe-Set erkunden. Was unter Umständen nämlich passieren kann, erfährst du im Folgenden.

Gut zu wissen:
Lost Places haben eine Seele. Man sollte ihre Würde daher respektieren. Auch wenn sich seit Jahren keiner mehr um das Objekt gekümmert hat, darf es weder verwüstet noch leer geräumt werden. Des Weiteren ist von einem gewaltsamen Eindringen mit Brecheisen, Schraubendreher und anderen Hilfsmitteln abzusehen.

Worauf sollte man im Allgemeinen achten?

Es existieren ein paar typische Gefahrenquellen, die man in so gut wie jedem vergessenen Ort antrifft. Allerdings sollte man sich nicht nur auf diese konzentrieren. Schließlich herrscht in vielen Gebäuden akute Einsturzgefahr und damit natürlich auch eine Bedrohung für Leib und Leben.

Schaut man sich nur mal genauer um, werden einem verkohlte Balken, feuchte Wände, morsche Decken und Moosteppiche auffallen. Häufig sieht man den Objekten den Verfall auch mit Löchern im Boden und großen Rissen im Mauerwerk an. Allerdings macht genau so etwas den Reiz der Örtlichkeiten aus und sorgen oft für das imposante Bildmaterial.

Oft übersehen werden rostige Nägel, herunterhängende Gegenstände, Scherben und Stolperfallen aller Art. Sie sind besonders heimtückisch und fallen im Kamerasucher fast nie auf. Das oberste Gebot beim Erkunden von Lost Places lautet daher: Besonnenheit und volle Konzentration.

Gefahrensituationen & wie man sie meistert:

Lost Places Gefahren
    • Lass dich nicht von den anderen Kameraden oder deiner eigenen Kamera ablenken. Behalte stets im Blick, wo du hinläufst und vor allem worauf du trittst.
    • Kontrolliert in jedem Raum die Tragfähigkeit der Decken und bleibe vorsichtig. Sobald es knarzt und knirscht, kehre am besten sofort um. Dies gilt übrigens auch für Treppen aus Holz.
    • Gehe beim Fotografieren keine Risiken ein. Bevor du dich hinkniest, solltest du den Boden kontrollieren. Nicht, dass ein Nagel oder eine Scherbe blutige Wunden hinterlassen. Werde für Fotos aber niemals übermütig. Du hast nur ein Leben.

Gelernt haben wir noch, dass man seine Hände immer bei sich behalten sollte. Bevor man irgendwo hingreift und sei es nur zum Festhalten, muss die Grifffläche kontrolliert werden. Ansonsten kann es zu böschen Überraschungen kommen. Außerdem sollte man nicht alles ohne schnittfeste Handschuhe anfassen.

Sicherheit geht schließlich vor. Das gilt insbesondere bei überfluteten Bereichen. Man weiß nämlich nie, was sich unter der Wasseroberfläche verbirgt. Durch das dreckige Wasser kann man sehr oft nicht mal erkennen, wie tief es genau ist. Gerade in alten Bunkern sollte man tunlichst aufpassen. Manchmal befinden sich nämlich tiefe Abwasserschächte im Boden.

Gut zu wissen:
Nicht selten bringen sich Urban Explorer durch Kerzen und Teelichter selbst in Gefahr. Zwar sorgen diese für eine tolle Stimmung am Objekt, können aber auch schnell zur Brandgefahr werden.

Welche Schutzausrüstung braucht man für Lost Places?

Schutzausrüstung Urban Exploration

Selbstschutz ist in der heutigen Zeit überaus wichtig. Spricht man von Lost Places meint man damit aber eher keine Waffen. Es ist aber nie verkehrt ein kleines Pfefferspray mitzuführen. Und sei es nur aus psychologischen Gründen. Wer möchte, kann aber auch eine Pfefferspraypistole, einen Kubotan oder einen Taschenalarm mitführen. Wer häufig nachts unterwegs ist, sollte an den Eigenschutz denken.

Auf die Kleidung kommt es an:

Viel wichtiger als Waffen sind aber Sicherheitsklamotten. Damit gemeint ist aber nicht die neueste Kollektion von Engelbert & Strauss. Natürlich sind diese Kleidungsstücke für Urbexer praktisch, aber für viele einfach zu teuer. Wert legen sollte man aber auf das Schuhwerk. Es empfehlen sich Sicherheitsschuhe der Klasse 3 oder S1P.

Solche Modelle verfügen nämlich über einen Durchtrittschutz. Man braucht sich allzu nicht vor rostigen Nägeln im Boden zu fürchten. Außerdem sind viele Sicherheitsschuhe wasserdicht und verfügen über speziell gummierte Sohlen. Zum einen kann man sich nicht statisch aufladen und zum anderen hat man mit ihnen guten Halt auf glitschigen Flächen.

Wer Angst vor Stinkefüßen hat, kauft am besten atmungsaktive Schuhe mit optimierter Auftrittsdämpfung. Letztere macht das Laufen wirklich angenehm. Man merkt gar nicht mehr, dass man Sicherheitsschuhe trägt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Kappen heute nicht mehr aus Stahl gefertigt werden und die Sicherheitsschuhe immer leichter werden.

Der Schnittschutz wird gerne vergessen:

Zum Schutz der Hände vor Schnittverletzungen sollte man sich schnittfeste Handschuhe zulegen. Gut geeignete Modelle für Urbexer werden in der Regel als Einsatz- oder Security-Handschuhe bezeichnet. Obwohl die Bezeichnung gegenteiliges vermuten lässt, darf jeder Mensch in Deutschland solche Handschuhe besitzen.

Zu guter Letzt sollte man noch einen Blick auf seine Garderobe werfen. Die Kleidungsstücke sollten robust gefertigt sein. Da man auch mal so richtig dreckig werden kann oder irgendwo hängen bleiben, sollte man nicht in den teuersten Klamotten durch einen Lost Place spazieren.

Außerdem sollte man keine kurzen Sachen tragen. Ansonsten riskiert man nämlich Schnittwunden an den Armen und Beinen. Auch Kapuzenpullover mit Kordeln sind eine schlechte Wahl. Zwar sind sie überaus stylish, dafür bleibt man aber schnell hängen und stranguliert sich dann an Kopf oder Hals.

Im Ernstfall macht die Schutzausrüstung den Unterschied:

Wer schon den ein oder anderen Lost Place besucht hat, wird wissen wie wichtig gutes Equipment ist. Gemeint sind damit aber nicht die optimale Kamera oder eine ordentliche Taschenlampe. In puncto Schutzausstattung kommt es auf vor allem auf 3 Gegenstände an. Die Rede ist von einem Erste-Hilfe-Set, einer Anti-Schimmel-Maske sowie einem Sauerstoff-Gaswarngerät.

Jeder Lost Place Fan benötigt ein gut gefülltes Erste-Hilfe-Set. Allerdings sollte man beim Kauf nicht zum Pfennigfuchser mutieren. Die günstigen und oft klobigen Sets aus dem Kfz-Bereich sind die falsche Wahl. Für etwas mehr Geld bekommt man nämlich schon gute Outdoor-First-Aid-Kits. Diese können wahlweise am Gürtel oder an den Rucksack gehängt werden. Zudem ist die Ausstattung qualitativ besser und der Inhalt ist auf Urbexer und deren Bedürfnisse zugeschnitten.

Schimmelsporen in der Luft:

Die Räume vieler verlassenen Gebäude warten mit einem großflächigen Schimmelbefall auf. Diesen sollte man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Das Einatmen der Poren ist alles andere als gesund. Daher sollte man sich einen 10er-Pack der Schutzmasken zulegen. Empfehlenswert ist dabei die Filterklasse FFP 3. Sie bietet den größtmöglichen Schutz vor allen Arten an Atemluftbelastung.

Wer nicht ständig neue Wegwerfmasken besorgen möchte, kann auch eine wiederverwendbare Anti-Schimmel-Maske kaufen. Häufig verfügen diese sogar über eine integrierte Schutzbrille. Im Gegensatz zu den günstigen Einmal-Produkten kann man hier leichter atmen und die Maske optimal an den eigenen Kopfumfang anpassen.

Im Bunker sinkt der Sauerstoffgehalt in der Atemluft:

Wer gerne alte Tunnelsysteme, Kanalisationen und andere unterirdische Bauwerke erkundet, sollte sich ein Gerät zur Messung der Sauerstoffkonzentration (O2) zulegen. Dieses warnt einem sowohl vor einer Unter- aber auch einer Überschreitung der sicheren Konzentration. Wer meint hieran sparen zu können, riskiert schwere bis tödliche Verletzungen.

Gut zu wissen:
Beim Besuch an Lost Places hält man sich an das geltende Recht. Das Mitnehmen von „Souvenirs“ oder anderen Gegenständen ist verboten. In Deutschland nennt sich diese Straftat Diebstahl und ist in § 242 des Strafgesetzbuches geregelt. Außerdem hinterlässt man keinen Müll und zerstört auch das Inventar nicht.