Glaspilz auf & im Objektiv: Die weiße Pest im Detail beleuchtet!

Glaspilz

Pilzsporen gibt es unzählige auf der Welt, da erstaunt es nicht, das sich selbst in objektiven Pilzsporen finden lassen. Wenn der Blick durchs Objektiv auf einmal wirkt, wie der Blick durch leichten Nebel, dann könnte es sich um Glaspilz handeln. Dabei wachsen natürlich keine Pilze im Objektiv, aber die Pilzsporen können den Spaß an der Nutzung des Objektivs so richtig verhageln.

Zum Glück muss man die Optik nicht zwingend entsorgen. Oftmals reicht es, wenn man sie selbst gründlich reinigt. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch zum Fachmann gehen. Dies ist aber nicht ganz billig und auch nicht in jeder Stadt ohne Weiteres möglich. In besonders schweren Fällen bleibt zudem nur die Entsorgung der Linse möglich. So weit kommt es aber zum Glück nur selten.

Damit ihr euch nicht über Fungus in euren Objektiven ärgern müsst, haben wir diesen Guide mit wirklich allen Informationen rund um den Glaspilz erstellt. Dabei gehen wir auf die unterschiedlichsten Fragen ein. Worum es sich dabei genau handelt, wie man ihn erkennt, woher er kommt und wie man ihn wieder loswird, sind nur einige der Themen dieses Ratgebers.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Unter dem Begriff Glaspilz versteht man den Befall optischer Geräte wie zum Beispiel Objektive mit weißlichen Pilzfäden. Häufig hört man in diesem Zusammenhang auch die Bezeichnung Fungus. Sie stammt aus dem Latein und heißt auf Deutsch Pilz.
  • Der deutsche Name ist etwas unglücklich gewählt. Die Pilze aus den Gruppen der Eipilze & Schlauchpilze ernähren sich nämlich nicht vom Glas. Viel mehr verspeisen sie organisches Material wie Fett oder die Bestandteile der Optik.
  • Mit den weißen Fäden befallene Linsen lassen sich oft noch retten. Gerade im Anfangsstadium befindliche Objektive lassen sich noch selbst reinigen. Empfehlenswerter ist aber der Gang zum Fachmann. Manchmal hilft aber auch dies nicht mehr, wenn die Vergütung der Gläser oder die Mechanik zerstört wurden.

Was ist Glaspilz denn jetzt genau?

Fungus, wie der Glaspilz auch genannt wird, ist die lateinische Bezeichnung für Pilz. Der Begriff wird gerne eingesetzt, wenn es um den Pilzbefall optischer Geräte, beispielsweise Objektive geht. Der Glaspilz beginnt mit kleinen kaum sichtbaren Punkten und kann sich zu einem richtigen Geflecht auswachsen. Damit sorgt er im schlimmsten Fall zur Erblindung der Optik.

Es gibt nicht den Glaspilz, der Fungus gehört in der Regel zu der Gruppe der Eipilze und der Schlauchpilze. Wichtig zu wissen ist, dass der Pilz sich nicht vom Glas selber ernährt, sondern von Anhaftungen, wie Fingerabdrücken, von Resten aus der Produktion, von Ausdünstungen organischen Materials, wie Farbe, Fasern, Holz, Kitt, Klebstoffe oder Leder.

Wie man Glaspilz erkennt:
Am besten sehen kann man die Glaspilzsporen, wenn das Objektiv von hinten durchleuchtet wird. Im besten Fall sieht man die einzelnen Fäden des Pilzes. Ansonsten erkennt man den Befall an dem immer schlechter werdenden Objektiv. Zuerst wirkt es so, als wenn ein Fleck auf dem Objektiv wäre. Später reicht der Zustand bis hin zur völligen Erblindung.

Wie entsteht Fungus im Detail?

Man kann sich den Pilz unter bestimmten Bedingungen einfangen, etwa wenn beim Fotografieren eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, etwa im Urwald, im Tropenhaus, bei Regen, bei Nebel oder im Stall. Beim Wechsel der Objektive sind sie den Umgebungseinflüssen ausgesetzt. Einige Objektive saugen beim Zoomen Luft ein, wobei sie sich Pilzsporen einfangen können.

Wenn die Linse sich im Einsatz Pilzsporen eingesammelt hat und anschließend längere Zeit in einer geschlossenen Kiste bei schlechter Durchlüftung und womöglich mit ausreichend Nahrung verbringt, hat der Fungus alle Zeit der Welt sich auszubreiten. Anders ausgedrückt, der Pilz benötigt eine Temperatur von 0 °C bis 40 °C und eine Luftfeuchtigkeit, die mindestens 70 Prozent beträgt.

Dazu Nahrung in Form von Fingerabdrücken, Fasern von Kleidung oder der Transporttasche, von Reinigungstüchern oder Staubpartikeln. Wenig Licht und etwas Zeit und schon wächst leider ein Pilz auf dem Objektiv. Gerade feuchte Keller und knorrige Dachböden bieten den Sporen beste Bedingungen. Zum Glück lagern die meisten von uns ihre Ausrüstung in ihren Wohnräumen.

Gut zu wissen:
Oftmals liest man im Zusammenhang mit Fungus, dass dieser nur alte Objektive in Ledertaschen befallen soll. Dies ist aber natürlich ein Mythos. Auch relativ junge und wenig genutzte Objektive können in feuchten Taschen schnell verpilzen. Daher sollte man seine Linsen ab und an herausholen und in die Sonne stellen. Der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall.

Wie vermeidet man Glaspilz bei Objektiven?

Wie man den Pilz vermeidet, ergibt sich aus dem, was der Pilz mag. Jedes Objektiv sollte seinen eigenen Behälter haben. Der Behälter sollte bei 10 °C bis 35 °C gelagert werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte deutlich unter 70 Prozent liegen, aber nicht unter 30 Prozent fallen. Das würde sich nämlich wieder negativ auf die Technik auswirken.

Die Objektive sollten in Kunststoff aufbewahrt werden. Dieser Kunststoff dient in der Regel dem Pilz nicht als Nahrung und kann im Fall der Fälle kinderleicht gereinigt werden. Der verwendetet Kunststoff, sollte lichtdurchlässig sein, damit das Licht mögliche Pilzsporen abtöten kann. Über mehrere Monate sollte man die Optiken daher nicht im dunklen und feuchten Fotorucksack lagern.

Gut zu wissen:
Ab und an sollte man seine Optiken auf Glaspilz untersuchen. Wird der Befall nämlich noch früh erkannt, kann man noch selbst mit einer Reinigung eingreifen. Zudem stehen die Chancen so am besten, dass es nicht erneut zu weißen Fäden auf der Optik kommt. Wer den Fungus zu spät bemerkt hat, riskiert die Erblindung seiner Optik samt irreparablen Schäden.

Wie reinigt man ein Objektiv richtig?

Zuerst einmal, wie man ein Objektiv grundsätzlich reinigen sollte. Denn durch Wassertropfen, Fingerabdrücke, Staub und andere Rückstände wird eine Reinigung eines Objektives von Zeit zu Zeit auch ohne einen Pilzbefall notwendig. Ein sauberes Objektiv ist ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zu einem hervorragenden Foto.

Ist die Linse stark verschmutzt, könnte der Schmutz auf den Bildern erscheinen. Eventuell könnte es zu Reflexionen kommen, die unschön das Bild beeinflussen. Grundsätzlich sollte man sich angewöhnen Linsen vor der Nutzung einmal auszupusten, so kann sich kein Staub sammeln. Dies gilt übrigens auch für die angebrachten Gegenlichtblenden.

Wer viel fotografiert und dabei oft die Objektive wechselt der sollte seine Ausrüstung öfter reinigen als jemand, der nur im Urlaub ein paar Aufnahmen macht. Zum Reinigen sollte man sich eines Raums ohne Durchzug suchen. Eine gute Ausleuchtung des Arbeitsplatzes ist wichtig, damit Verschmutzungen schnell ins Auge fallen.

Nun geht es ans Eingemachte:

Wenn das Objektiv ab ist, sollte der Body mit dem Bajonett nach untern auf dem Tisch liegen, so wird verhindert, dass Schmutzpartikel vom Objektiv fliegen und dann gleich auf dem Sensor landen. Zur Reinigung werden verschiedene Utensilien benötigt. Ein Blasebalg, mit dem gezielt Staub weggepustet werden kann. Rein theoretisch könnten diese Partikel weggepustet werden.

Allerdings landet so einiges an Speichel auf der Linse. Ein Pinsel kann Partikel entfernen, die statisch auf der Linse kleben. Das Objektiv braucht seinen eigenen Pinsel. Reinigt der Pinsel zuerst den Body, könnte er Fett von Fingerabdrücken einsammeln, welches er dann wieder auf der Linse wieder abgibt, das wäre kontraproduktiv. Natürlich ist auch eine Feuchtreinigung manchmal vonnöten.

Für die schnelle Feuchtreinigung gibt es feuchte Reinigungstücher. Für das gründlichere Reinigen nimmt man ein Mikrofasertuch oder Linsenpapier und eventuell Wattestäbchen. Dazu gibt es eine Reinigungslösung, die selber dosiert werden kann. Für die Entfernung einzelner Flecken kann man auf einen Reinigungsstift zurückgreifen.

Die Reihenfolge der Reinigungsschritte:

  • Den Staub wegblasen. Lose Partikel könnten bei der Feuchtreinigung Kratzer verursachen.
  • Staub, der dem Blasebalg widerstanden hat, kinderleicht mit dem Pinsel entfernen. Nach der Reinigung lohnt es sich, den Pinsel zu pflegen und ihn beispielsweise auszublasen.
  • Die Nassreinigung mit kreisenden Bewegungen auf der Linse beginnen.
  • Die Linse mit einem fusselfreien Mikrofasertuch trockenen.
  • Bajonett, Kontakte und Dichtungen reinigen. Wenn sich hier Dreck sammelt, kann es die Gummilippe angreifen und die Gummilippe angreifen. Lose Partikel mit dem Blasebalg, dann den Pinsel, dann feucht und zum Abschluss trocknen.
  • Oft vergessen, die Objektivabdeckungen. Die sollten mit gereinigt werden, damit sie nicht die Objektive sofort wieder einstauben.

Was man auf gar keinen Fall bei der Säuberung machen sollte:

  • Mit einem Shirt reinigen, hier können Schweiß, Staub und andere Verunreinigungen enthalten sein.
  • Mit trockenen Tüchern über verschmutzte Linsen reiben.
  • Keine aggressiven Reinigungsmittel verwenden.
  • Linsenpapier mehrfach verwenden.
  • Pinsel und Tücher für die Linse verwenden, die bereits zur Reinigung des Gehäuses eingesetzt wurden.

Ist nun das Objektiv mit Pilz befallen, funktioniert die Reinigung genauso, es sollte nur das passende Reinigungsmittel eingesetzt werden. Es darf nicht zu aggressiv sein, muss aber trotzdem den Pilzsporen den gar aus machen. Hier ist es noch wichtiger, dass pro Objektiv die Reinigungsmittel nur einmal verwendet werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man die Pilzsporen nicht komplett entfernt.

Hier ist also oberste Vorsicht geboten. Damit die Putzerei auch zum vollen Erfolg wird, sollte man bei der Reinigung ein Tuch unterlegen. So wird der Staub nicht mehr aufgewirbelt, da er auf der Textilie liegen bleibt. Um Fingerabdrücke zu vermeiden, sollte man zudem noch weiche Handschuhe tragen. Profis schwören hierbei auf Baumwolle.

Gut zu wissen:
Lassen sich an der Frontlinse Schäden an der Vergütung erkennen, ist noch nicht alles verloren. Manchmal genügt bereits die vorsichtige Anwendung einer Politur. Manch ein Fotograf schwört dabei sogar auf frische Zigaretten-Asche. Ob dieses Wundermittel wirklich funktioniert, wissen wir aber nicht. Schließlich ist rauchen schlecht für die Gesundheit.

Was sollte man noch wissen?

Frage-Antwort-Bereich

Der Befall einer Optik mit Glaspilz ist eine heikle Angelegenheit und gar nicht so selten, wie man meinen würde. Gerade beim Kauf gebrauchter Linsen ist daher Vorsicht geboten. Die Produktbilder müssen also gründlich kontrolliert werden. Ansonsten droht absolute Fehlkaufgefahr. Aber dazu weiter unten mehr.

In unserem Frage-Antwort-Bereich gehen wir auf die am häufigsten gestellten Fragen unserer Leser ein. Scheinbar müssen sich viele Fotografen im Laufe der Zeit mit dem leidigen Thema auseinandersetzen. Damit nicht nur der Fragende, sondern auch du von den Antworten profitierst, haben wir sie hier aufgelistet:

Wie teuer ist die Entfernung von Glaspilz?

Der Preis ist abhängig von dem Aufwand, denn es bedeutet, wenn ein Profi sich an die Reinigung eines Objektives mit Pilzbefall macht. Wenn man seine Objektive selber reinigt, weiß man wie viel Arbeit es macht. Man kann bei einer professionellen Reinigung bei einem Uhrmacher ab 20 Euro aufwärts rechnen.

Kann der Fungus andere Objektive befallen?

Es ist nicht unmöglich, dass sich der Glaspilz im Rahmen der Reinigung oder Nutzung von einem Objektiv zum anderen verbreitet. Pilzsporen sind so klein, dass wir uns oft nicht bewusst sind, dass sie immer um uns rum in der Luft unterwegs sind. Es ist aber wahrscheinlicher, dass eine Linse sich selber Pilzsporen einsammelt, als dass es sie von einem anderen Objektiv bekommt.

Am wichtigsten ist die richtige Lagerung, um einem Pilzbefall vorzubeugen. Also setzt man bei der Lagerung auf verschiedene Punkte, die den Pilzsporen allesamt das Leben schwer machen. Eine Lagerung bei 10 °C bis 35 °C, eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 30 Prozent, aber nicht über 60 Prozent.

Eine Lagerstätte aus licht- und luftdurchlässigem Kunststoff und regelmäßige Reinigung der Objektive. Da kann das Objektiv im Einsatz problemlos Pilzsporen aufsammeln, sie werden nicht die Chance bekommen sich zu vermehren, es ist ihnen dann nicht feucht genug, es ist ihnen zu hell und das Nahrungsangebot ist dürftig.

Lohnt sich der Kauf von günstigen Objektiven mit Glaspilz?

Die Frage lässt sich nicht generell für jeden beantworten. Grundsätzlich muss man damit rechnen, dass ein gebraucht gekauftes Objektiv vom Profi gereinigt werden muss. Mit dieser Säuberung kann man gleichzeitig alle eventuell vorhanden Pilzsporen beseitigen.

Der Befall mit dem Fungus sollte noch nicht so weit fortgeschritten sein, dass es sich bereits auf die Qualität der Bilder auswirkt. Es ist auch eine Frage des Preises, wenn man wenig spart, lohnt sich der Aufwand und das Risiko womöglich nicht. Wenn der Preis entsprechend gut ist, kann man es kaufen, reinigen und nutzen.

Es ist wahrscheinlich auch eine Frage des eigenen Geldbeutels, ob man sich auf die Suche nach einem günstigen gebrauchten Objektiv macht oder lieber im Fachgeschäft zugreift. Es kann auch eine Einstellungssache sein, immer mehr Menschen sind aus Umweltschutzgründen dafür Gebrauchtes zu kaufen.

Da man sich das neue gebrauchte Objektiv recht nah ins Gesicht hält, sollte auf jeden Fall eine Reinigung stattfinden. Genauso wichtig wie die Reinigung ist die Unterbringung der Objektive, sodass der Pilz sich nicht einfach ausbreiten kann. Absolut nicht empfehlenswert ist aufgrund dessen die monatelange Lagerung in feuchten Taschen oder Neopren-Schutzhüllen.