Es existiert kein Zugang – Was soll man in so einem Fall machen?

Lost Place - Kein Eingang

Nicht immer läuft beim Urban Exploring alles nach Plan. Man hat stundenlang im Netz recherchiert und einen interessanten Lost Place gefunden. Voller Vorfreude hat man mehrere Hundert Kilometer mit dem Auto zurückgelegt und vor Ort wartet dann eine böse Überraschung auf einen. Den Eigentümern wurde das Treiben zu bunt und sie haben alle Zugänge zum Objekt verschlossen.

Die Fenster sind vernagelt und die Türen zugemauert worden. Alle Löcher im Zaun sind plötzlich verschlossen und seit Neuestem ist das Gatter aufgrund von Stacheldraht unüberwindbar. Nun macht sich Angst und Frust breit. Schließlich könnte die ganze Mühe umsonst gewesen sein. Nichts war es mit den atemberaubenden Bildern und den neuen Eindrücken.

Doch was soll man jetzt machen? Einfach gehen und die Tour abhaken? Oder noch mal nach einer Zugangsmöglichkeit suchen? Nur ein paar Bilder von außen schießen und es einfach gut sein lassen? Im Folgenden verraten wir dir die Antwort auf alle diese Fragen. Und dabei geizen wir auch nicht mit Tipps & Tricks aus der Praxis. Schließlich kennt jeder Urbexer diese Situation.

Gut zu wissen:
  • Relativ oft sind die Zugänge gut versteckt. Man muss einfach die Augen offen halten. Gute Anhaltspunkte sind Trampelpfade, niedergedrückte Büsche sowie Seile an Schächten.
  • Besucht man einen Lost Place ist die erste Anlaufstelle fast immer eine Tür. Oft muss man aber durch Löcher oder offene Fenster kraxeln. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.
  • Verschlossene Lost Places bleiben immer zu. Als Urbexer benutzt man keine Dietriche oder andere Hilfsmittel, um sich einen Zugang zum Objekt zu verschaffen.

Der Urbexer Codex verpflichtet:

Urban Exploration Codex

Der verlassene Ort lockt mit neuen Abenteuern und spannenden Motiven. Da ist die Versuchung groß sich mit Gewalt oder bestimmten Hilfsmitteln Zutritt zu verschaffen. In so einem Moment solltest du aber an die ungeschriebenen Gesetze der Szene denken: Hinterlasse nichts als deine Fußspuren und respektiere das Eigentum anderer. Beschädige und klaue auch nichts.

Wenn das Objekt gut gesichert ist und keine Möglichkeit für einen erfolgreichen Einsteig bietet, muss man in den sauren Apfel beißen. Hier bleibt einem nichts anderes übrig, als ein paar Fotos von außen zu schießen. Natürlich schadet es in so einer Situation nie alles abzusuchen. Häufig hat man beim ersten Rundgang eine Zugangsmöglichkeit übersehen.

Oftmals bekommt man den Standort von einem anderen Urbexer genannt. Hier sollte man am besten gleich nachfragen, wo sich der Eingang befindet. Ansonsten muss man vor Ort lange suchen, was nicht selten die Nachbarschaft aufschreckt. Wer Angst vor einer Begegnung mit der Polizei hat, kann auch einfach im Dunklen oder auf Satellitenbildern nach Zugängen suchen.

Gut zu wissen:
Nur bei wenigen Lost Places kann man durch die Tür in das Objekt spazieren. Häufig muss man durch offene Fenster klettern oder durch Luken kraxeln. Und davor muss man nicht selten ein Loch im Zaun suchen. Andere Standorte sind hingegen so löchrig wie ein Schweizer Käse. Dort braucht man gar nicht erst nach einer Öffnung zu suchen.

Kein Zugang vorhanden – unsere Vorgehensweise:

Keine Zugangsmöglichkeit in Lost Place

Nicht immer kann man einen Lost Place von innen erkunden. Damit muss man sich als Urban Explorer einfach arrangieren. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Gerade nach langen Autofahren ist die Enttäuschung groß. Aber es könnte auch noch schlimmer sein. Nämlich, dass das komplette Objekt dem Erdboden gleichgemacht wurde.

Dies ist uns auch schon öfters passiert. Dann kann man nicht einmal mehr ein paar Bilder von außen schießen. Hier hat man dann viel Zeit, Sprit und auch Geld verpulvert. Aber auch damit lernt man zu leben. Schließlich sind Lost Places nicht der heilige Gral. Die freie Zeit kann man super nutzen fürs Sightseeing in nahe gelegenen Orten.

Manchmal entdeckt man dabei sogar noch eine neue Location und schon ist der Tag gerettet. Außerdem war man wenigstens unterwegs und hat etwas von der Welt gesehen. Nichts ist schließlich schlimmer als in den eigenen vier Wänden zu versauern. Zumindest gilt dies für die Abenteurer unter uns, die immer auf der Suche nach dem nächsten Nervenkitzel sind.

Gut zu wissen:
Oft lohnt es sich ein paar Wochen später wieder am Lost Place vorbeizuschauen. Nicht selten gibt es dann einen Zugang. Manchmal tauchen auch Bilder der Immobilie in den einschlägigen Gruppen und Foren auf. Hier kann man einmal ganz vorsichtig nach einem Eingang fragen.