Verlassenes Kinderkurheim im Fichtelgebirge!

Kinderkurheim-Lost-Place-Innenansicht

Direkt an der Stadtgrenze inmitten von Bäumen steht ein gigantischer Betonklotz aus den 1960er-Jahren. Die Scheiben sind eingeschlagen worden, überall sieht man Graffitis und Sträucher wachsen auf den Flachdächern. So langsam holt sich die Natur ihr Gebiet zurück. Und das ist auch gut so. Schließlich ist das Gebäude in einem erbärmlichen Zustand.

Ob es jemals wieder genutzt werden kann, wagen wir zu bezweifeln. Zu hoch müssten die Kosten für eine Sanierung liegen. Kabeldiebe und Vandalen haben hier einfach schon zu lange ihr Unwesen getrieben. Dies ist aber auch nicht weiter verwunderlich, da der Lost Place bereits seit 2003 leer steht. Zudem hat die Stadtjugend die Örtlichkeit zur Partymeile umfunktioniert.

Zwar wurden immer mal wieder Eingänge mit Brettern verbarrikadiert, aber geholfen hat es nicht. Immer wieder fanden sich Zugangsmöglichkeiten. Heute mag man es kaum mehr für möglich halten, aber es handelte sich hier um das modernste Kinderkurheim Deutschlands. Der gewaltige Komplex öffnete seine Pforten bereits vor über 50 Jahren, und zwar am 27. 06.1969.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Aufgrund der fehlenden Einrichtung gibt es wenig zu entdecken. Interessant ist der oberfränkische Lost Place daher eher für Fotografen. Man hat hier nämlich viel gestalterischen Spielraum, wenn man die langen Flure und großen Hallen als Motiv nutzt. Aber auch das Schwimmbecken im Keller ist ein interessanter Hingucker auf Bildern.
  • Stück für Stück verschwindet der Schandfleck in dichter Vegetation. Den Bolzplatz erkennt man heute nicht mehr. Aber auch die Flachdächer, Zufahrtsstraßen und sogar die Innenhöfe sind stark bewachsen. In den meisten Türen und Scheiben fehlt das Glas, die Schmierereien kann man nicht mehr zählen und überall liegt Müll herum.
  • Das ehemalige Kinderkurheim wurde inmitten des Fichtelgebirges und dazu noch in unmittelbarer Nähe zur bayerischen Porzellanstraße errichtet. Obwohl man auf den Bildern sehr viele Bäume, Büsche und Sträucher sieht, befindet sich das Areal nicht Kilometertief im Wald. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade einmal 20 Meter sind es zur Stadtgrenze.

Unsere Eindrücke vom Besuch des Lost Places:

Lost Place Fichtelgebirge

Das Bauvorhaben des Objekts zog sich über mehrere Jahre und verschlang mehr als 8 Millionen Mark. Das Geld war aber gut angelegt, da hier in Spitzenzeiten bis zu 120 Kinder mit Atemwegserkrankungen logierten. Die Zahl der Patienten mag gering klingen, aber sowohl das Gebäude als auch das Anwesen sind für damalige Verhältnisse als monströs zu bezeichnen.

Auf den über 3,3 Hektar großen Grundstück stehen 6 miteinander verbundene Pavillons. Damit verfügte der Lost Place im Fichtelgebirge über einen Westflügel, einen Saal, mehrere Garagen sowie einen Keller mit großer Hausmeisterwohnung. Sogar ein kleines Schwimmbecken versteckt sich in den Untiefen des Komplexes. In Summe gibt es daher 54 Zimmer und 2 Appartements.

Schwimmbad im Lost Place

Über die Jahre verschlechterte sich der Zustand des Lost Places zusehends. Aufgrund dessen wurde mit einer Generalsanierung begonnen, um die Anlage wieder auf den neuesten Stand in Sachen Technik und Ausstattung zu bringen. Allerdings wurde Sanierung nie beendet. Noch heute liegen Dämmwolle und andere Baustoffe ungenutzt in den Ecken von Zimmern herum.

Im Prinzip wartet das Objekt auf einen neuen und sehr finanzkräftigen Eigentümer, der dem Lost im Fichtelgebirge ein neues Leben einhaucht. Allerdings schwindet die Chance darauf immer mehr. Zwar kostet das ehemalige Kinderkurheim nur noch eine halbe Million Euro, aber auch diese Summe ist noch groß, wenn die komplette Sanierungsdauer nicht abgeschätzt werden kann.

Gut zu wissen:
Seit mehr als 15 Jahren steht das Objekt zum Verkauf. Die Räume sind inzwischen größtenteils leer geräumt worden und der Lost Place verfällt immer mehr. Zusätzlich dazu nimmt der Vandalismus von Jahr zu Jahr immer mehr zu. Unzählige Graffitis und eingeschlagene Scheiben sprechen hier eindeutige Bände.