Luminar 4: unsere Lieblingssoftware zur Bearbeitung von Lost Places Fotos!

Luminar 4 Test

Ohne Bildbearbeitung wird aus einem Schnappschuss kein echter Hingucker. Dies ist sicherlich jedem bewusst. Allerdings gab es lange Zeit keine einfach zu bedienende und noch dazu günstige Software für Hobbyfotografen. Diese Marktlücke hat der Hersteller Skylum mit Luminar 4 gefüllt. Selbst ohne große Kenntnisse in der Bildveredlung lassen sich hier tolle Effekte erzielen.

Und der Clou an der Sache ist nicht nur die einfache Bedienung, sondern vor allem der schnelle Arbeitsablauf. Bereits mit ein paar wenigen Schiebereglern lassen sich Fotos zu einem Kunstwerk entwickeln. Und wer möchte, kann den Himmel in ein paar Klicks austauschen oder noch ein paar zusätzliche Elemente einfügen. All das und noch vieles mehr kann Luminar 4.

Aufgrund dessen sind wir ein großer Fan der Software. Sie ist unserer Meinung nach eine gelungene Mischung aus Adobe Lightroom und Adobe Photoshop Elements. Das heißt im Umkehrschluss auch, dass man mit ihr viel mehr machen kann als Landschaftsfotos oder Architekturbilder zu veredeln. In diesem Review möchten wir uns aber auf Aufnahmen von verlassenen Orten konzentrieren.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Lieblingsfunktionen: AI-Sky Replacement (Himmel ersetzen), AI Enhancer (Bildverbesserung auf Knopfdruck), AI Structure (Details/Klarheit herausarbeiten), AI Augmented Sky (Objekte im Himmel einfügen) & Sonnenstrahlen (Licht platzieren)
  • Pluspunkte: 30-tägige Testversion, funktioniert als Standalone-Software sowie Plugin, kein teures Abo-Modell & viele Filter und Effekte auf der Basis künstlicher Intelligenz
  • Minuspunkte: keine HDR-Funktion, keine Panorama-Funktion, langsame Darstellung & sehr schlechte Übersetzung

Alles nur automatisch oder auch selber einstellbar?

Luminar Screenshot

Liest man sich die Liste mit allen Funktionen durch, wirkt die Software als wäre sie für Anfänger konzipiert. Dies stimmt natürlich auch. Dessen ungeachtet kann man mit ihr aber auch im professionellen Bereich arbeiten. Es gibt nämlich nicht nur die einsteigerfreundlichen Filter, sondern auch eine klassische RAW-Entwicklung. Dort kann man nach Herzenslust eine Grundoptimierung vornehmen.

Danach kann man entweder direkt mit den AI-Filtern loslegen oder noch ein paar andere Korrekturen und Funktionen nutzen. Selbstverständlich gibt es auch ein Werkzeug, um Abbildungsfehler des Objektivs zu beseitigen. Auch die Retusche ist möglich. Man kann entweder das Klonen & Stempeln Tool nutzen oder gleich das AI-Tool Radieren. Obendrauf gibt es bei Luminar 4 sogar noch Ebenen.

Und der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass man jede Filter mit Künstlicher Intelligenz (AI) selbst steuern kann. Dazu braucht es lediglich einen Klick auf den Button „Erweiterte Einstellungen“. Man ist hier also nicht auf Gedeih und Verderb der Intelligenz eines Filters ausgeliefert. Man kann jederzeit selbst eingreifen und dazu mehrere Funktionen mithilfe von Ebenen übereinander legen.

Gut zu wissen:
Alle Filter lassen sich über verschiedene Regler an die eigenen Bedürfnisse und Wünsche anpassen. Weiterhin kann man mit Masken gezielt bestimmte Bildbereiche bearbeiten. Je nach Tool hat man dabei die Wahl zwischen Pinsel, Radialmaske, Verlaufsmaske und der Luminanzmaske. Bei Fehlern kann man zudem chronologisch zurückspringen.

Was genau bringt Luminar 4 bei Lost Places Fotos?

Luminar 4 Bearbeitung Lost Places Fotos

Jeder hat natürlich seinen eigenen Workflow und auch Stil. Grundsätzlich betrachtet kann man eine ganze Menge mit der Software anstellen. Wir wollen im Folgenden nur einmal unseren Arbeitsstil exemplarisch vorstellen. So kannst du dir einen ersten Überblick über das Tool und dessen Möglichkeiten verschaffen.

Sobald wir ein gutes Foto gefunden haben, starten wir entweder mit dem RAW-Konverter für manuelle Anpassungen oder nutzen den Filter AI-Enhancer. Nun haben wir auch schon die grundlegende Bearbeitung geschafft. Im folgenden Schritt kitzeln wir mit dem Filter AI-Structure noch etwas die Strukturen und Feinheiten heraus. Das Bild ist nun deutlich kontrastreicher.

Wer möchte, kann dann mit dem Tool Farben etwas an der Stimmung im Bild drehen. Manchmal genügt es hier etwas ins Dunkle oder Warme zu gehen. Alternativ kann auch jede Farbe einzeln angepackt werden. Unter dem Reiter Detailverbesserung schärfen wir alles und greifen gegebenenfalls noch selektiv bei den Details ein.

Allerdings kann man mit beiden gute Ergebnisse erzielen. Nun geht es auch schon an den Himmel. Entweder lassen wir ihn wie er ist oder intensiveren ihn mit dem Filter AI Sky Enhancer. Natürlich kann man den vollständigen Himmel auch gleich austauschen und mit ein paar Klicks die Lichtstimmung anpassen. Dabei kann man sogar noch eine Sonne samt Strahlen einsetzen.

Man sollte hierbei nur aufpassen, dass das Bild noch harmonisch und nicht künstlich wirkt. Das gilt übrigens auch, wenn man zum Abschluss noch die Filter Mystik oder Dramatisch einsetzt. Werden diese aber richtig dosiert, sorgen sie für den viel geschätzten Lost Place Effekt im Bild. Mehr machen wir persönlich nicht. Allerdings existieren noch unzählige Möglichkeiten.

Gut zu wissen:
Um den Bildlook noch dynamischer zu gestalten, kann man einen der zahlreichen Farbfilter nutzen. Bei Luminar heißen diese LUT. Ebenfalls bietet sich noch das Einfügen einer Vignette an. Mit ihr kann das Auge des Betrachters geschickt gelenkt werden. Denkbar wären bei Lost Place Aufnahmen aber noch viele weitere Filter und Funktionen.

Das Lost Places World Fazit:

Mit den zahlreichen Filtern von Luminar 4 lassen sich atemberaubende Ergebnisse erzielen. Und das ohne zu wissen, wie die Effekte im Detail funktionieren. Des Weiteren ist die Community riesig und es erscheinen immer wieder kostenlose Erklärvideos. Man braucht sich für die Software also kein teures Buch zu kaufen.

Alles ist kostenfrei im Netz verfügbar. Gerade Einsteiger wird dieser Punkt freuen. Das gilt übrigens auch für die vielen mitgelieferten LUTs. Es handelt sich hier um fertige Filter, die man mit einem Mausklick über das eigene Bild legen kann. Wer diese in Kombination mit dem Tool AI Enhancer nutzt, kann in etwa 1 Minute die Qualität seiner Aufnahmen um ein Vielfaches steigern.

Unserer Meinung nach eignet sich Luminar 4 sehr gut für Hobbyfotografen und alle Nutzer, die wenig Spaß an stundenlanger Bildbearbeitung haben. Echte Photoshop-Profis hingegen sollten lieber bei den Adobe Produkten bleiben und Luminar als zusätzliches Plugin nutzen. So spart man bei vielen Arbeitsschritten ordentlich Zeit und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.


Gefällt uns:

  • Leistungsstarke Ein-Klick-Presets
  • Ebenenbearbeitung, Pinsel und Maskierung für ultimative Freiheit bei der Bildveredlung
  • Stapelverarbeitungsfunktion, um mehrere Bilder in einem Rutsch zu bearbeiten.

Gefällt nicht:

  • Mittelmäßige Geschwindigkeit und damit träger als Lightroom
  • Lausige Übersetzung und viel Denglisch
  • Keine fertigen Profile zur Objektivkorrektur
Möchte man als Hobbyist oder Semi-Profi in kurzer Zeit das Bestmögliche aus seinen Aufnahmen herauskitzeln, gelingt dies mit Luminar 4 problemlos. Mit etwas Erfahrung und Geduld lassen sich atemberaubende Kunstwerke erstellen. Luminar 4 schließt damit die Lücke zwischen Lightroom und Photoshop. Wir sind schwer begeistert.