Wie sich das Tamron 18 – 200 mm F3.5 – 6.3 Di II VC in unserem Test geschlagen hat!

Canon-EOS-60D

Irgendwann ist bei jedem ambitionierten Fotografen der Punkt gekommen und das Kit-Objektiv hat ausgedient. Meist ist der Zoom viel zu gering und man wünscht sich daher einfach etwas mehr Brennweite. Gleichzeitig möchte man aber auch nicht auf den Weitwinkelbereich für atemberaubende Landschafts- und Architekturaufnahmen verzichten.

Und zum Glück muss man das auch nicht. Hier kommen sogenannte Reisezooms, wie das hier getestete 18 bis 200 mm von Tamron ins Spiel. Diese decken alle wichtigen Brennweitenbereiche ab und eignen sich daher optimal für Fotos von Lost Places, Familienmitgliedern oder den eigenen Haustieren. Man hat hier wirklich die volle Flexibilität.

In der Vergangenheit bezahlte man diese Vorteile aber mit einer durchwachsenen Bildqualität und einem langsamen Autofokusmotor. Tamron verspricht bei seinem Reiseobjektiv aber das genaue Gegenteil. Und da wir das Tamron 18 – 200 mm F3.5 – 6.3 Di II VC bereits seit über 3 Monaten intensiv einsetzen, können wir dem an dieser Stelle schon mal zustimmen. Wir sind nämlich begeistert vom Objektiv.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Die Abbildungsleistung des Objektivs überzeugt in allen Brennweiten- sowie Bildbereichen. Chromatische Aberrationen oder eine störende Vignettierung treten nur selten auf.
  • Tamron hat dem sehr leichten Reisezoom nicht nur einen zuverlässigen Bildstabilisator oder einen flotten Autofokusantrieb spendiert. Im Karton findet man sogar eine blütenförmige Gegenlichtblende.
  • Wir mussten bei diesem Preis-Leistungs-Tipp lange nach einem Kritikpunkt suchen. Wirklich gefunden haben wir keinen, aber das Bajonett hätte ruhig aus Metall gefertigt sein dürfen.

Die Produktfeatures kritisch unter die Lupe genommen:

Manche Handykamera wirkt auf dem Papier potenter als eine DSLR aus dem Mittelklassensegment. Dem ist aber bei Weiten nicht so. Technische Daten sagen nämlich nur bedingt etwas über die Qualität eines Produkts aus. Dies gilt vor allem bei Objektiven. Hier muss die Abbildungsleistung in allen Brennweitenbereichen überzeugen. Und gerade hierfür sind Reiseobjektive nicht wirklich bekannt.

Aufgrund dessen waren wir wirklich überrascht, wie gut unsere Lost-Place-Bilder mit dem Tamron 18 – 200 mm Objektiv wurden. Zu bemängeln gibt es aufgrund des geringen Preises und der gebotenen Leistung eigentlich rein gar nichts. Natürlich sind die Bildränder bei voll geöffneter Blende nicht knackscharf. Auch kommt es in hohen Brennweitenbereichen zu einer Vignette und chromatischen Aberrationen.

Beides lässt sich aber ganz einfach mit nur 2 Klicks in der Nachbearbeitung entfernen. Und zur Verdeutlichung sei noch eine Sache gesagt. Viel teurere Objektive warten nicht selten mit ähnlichen Abbildungsschwächen auf. Daher kann man dem sehr günstigen Reiseobjektiv diesen Umstand nicht wirklich negativ ankreiden.

Bei der Bildstabilisation hingegen überzeugt uns Tamron schon wieder auf voller Linie. Sowohl Fotografen als auch Filmemacher werden begeistert sein. Man kann nämlich problemlos aus der Hand filmen oder mit langen Verschlusszeiten fotografieren. Zudem ist das Autofokusgetriebe alles andere als langsam und dazu noch kaum zu hören. Gerade Filmer wird dieser Umstand begeistern.

Gut zu wissen:
Das Tamron Reisezoom ist nicht wirklich lichtstark. Mann muss sich hier leider mit Blendenstufen zwischen 3,5 und 6,3 zufriedengeben. Dafür wiegt das Objektiv kaum etwas und ist im eingefahrenen Zustand angenehm klein. Es nimmt damit weder viel Platz im Reisegepäck ein, noch muss man viel Gewicht mit sich herumtragen.

Das Tamron 18 – 200 mm F3.5 – 6.3 Di II VC in der Praxis:

Der Hersteller bewirbt seine Linse mit dem Slogan „Ein Objektiv für die Vielfalt des Lebens“. Zudem liest man in der Produktbeschreibung immer wieder, dass man mit diesem Reisezoom für alle fotografischen Situationen gerüstet ist. Deshalb haben wir die Optik genau unter dieser Prämisse getestet. Und eines gleich vorweg: Tamron hat recht mit diesem Superlativ.

Einsteiger brauchen nämlich erst mal keine weitere Linse für ihre Spiegelreflexkamera zu kaufen. Trotz des großen Zoombereichs ist das Objektiv im eingefahrenen Zustand relativ klein. Und leicht ist es noch dazu. Gegen ein versehentliches Ausfahren des Objektivtubus schützt ein verbauter Lock-Mechnismus. Die Ausstattung ist für diesen niedrigen Preis wirklich gut.

Gleiches lässt sich auch über die Verarbeitung sagen. Der Zoom- wie auch der Fokusring lassen sich ohne große Kraftanstrengung und dazu noch vollkommen gleichmäßig hin und her bewegen. Unserer Meinung nach hätte der Fokusring aber eine Spur breiter ausfallen dürfen. Dieser Negativpunkt wird aber durch den integrierten Spritzwasser- und Staubschutz wieder wett gemacht.

Ein wirklich tolles Ausstattungsmerkmal über das oft nur deutlich teurere Linsen verfügen. Tamron meint es bei den Produktfeatures seines Einsteiger-Reisezooms also gut mit uns. Einer langen Lebensdauer steht damit gar nichts mehr im Wege. Aufgrund dessen kann man nach einer kostenlosen Registrierung die Herstellergarantie sogar auf stolze 5 Jahre verlängern lassen.

Gut zu wissen:
Wer möglichst lange etwas von seinem Objektiv haben möchte, sollte das Frontglas gegen Kratzer schützen. Ein Deckel allein reicht da aber nicht aus. Besser schafft man sich einen UV-Schutzfilter mit einem 62 mm Gewinde an. Zusätzlichen Schutz beim Transport in handelsüblichen Taschen und Rucksäcken bieten noch günstig zu habende Objektivköcher.

Das Lost Places World Fazit:

Wir haben das Tamron-Reisezoom sowohl an Spiegelreflexkameras als auch Systemkameras aus dem Hause Canon getestet. Wer das Objektiv an einer spiegellosen Kamera anbringen möchte, muss sich allerdings noch einen Adapter kaufen. Aus Erfahrung können wir dir aber verraten, dass man dazu kein teures Original von Canon braucht.

Fernostdapater reichen hier vollkommen aus und schonen dazu noch den Geldbeutel. Und keine Sorge, die Bildqualität leidet dabei nicht. Auf den Autofokus haben solche Adapter ebenfalls keinen Einfluss, da sie die Kontakte nur durchschleifen. Wir selbst benutzen gerne hochwertige DSLR-Optiken an unseren Systemkameras und empfehlen dies aus Kostengründen auch jedem.

Die beste Bildqualität mit dem Tamron-Objektiv haben wir mit Blende 8 erzielt. Aber auch voll aufgeblendet macht das Objektiv Spaß. Die Schärfe ist dann immer noch gut und es lassen sich schöne Bokeh-Effekte erzielen. Da der Bildstabilisator sehr gut funktioniert, kann man auch in hohen Brennweiten ohne Stativ fotografieren. Dies ist gerade auf Reisen ein unschätzbarer Vorteil.

Nach über 3 Monaten im Dauereinsatz wollen wir das Tamron 18 – 200 mm F3.5 – 6.3 Di II VC nicht mehr missen. Wir werden es auch weiterhin nutzen und das nicht nur zur Fotografie von Landschaften oder maroden Gebäuden. Auch zur Porträtfotografie lässt sich das Objektiv nämlich problemlos nutzen. Wer ein gutes Immerdrauf-Objektiv sucht, kann getrost zu diesem Produkt greifen.


  • Beachtliche Schärfe in allen Bildbereichen (kaum chromatische Aberrationen & Vignettierungen)
  • Großer Brennweitenbereich von Weitwinkel (18 mm) bis Tele-Zoom (200 mm)
  • Zuverlässiger Bildstabilisator & schneller Autofokusantrieb
  • Verbauter Schutz gegen Staub & Spritzwasser
  • 1A Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Das Bokeh könnte eine Spur weicher sein
  • Die maximale Blendenöffnung wird mit zunehmenden Zoom kleiner.
  • Objektivbajonett aus Kunststoff & nicht aus stabilem Metall
Mit dem Tamron 18 – 200 mm Reisezoom haben nicht nur Anfänger ihren Spaß. Wer sein Kit-Objektiv zum Kampfpreis ersetzen möchte, ist mit dieser Linse bestens beraten. Durch den hohen Zoom lassen sich nämlich schöne Bokeheffekte erzielen und endlich kann man auch an weit entfernte Objekte heranzoomen. Zudem kommen auch Filmer auf ihre Kosten.