Wie man herausfindet, ob ein potenzieller Lost Place verlassen ist!

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Oft entdeckt man Objekte, die auf den ersten Blick absolut verwaist wirken. Die Fensterbänke sind staubig und voll mit Spinnweben. Der Garten schaut aus, als hätte sich seit Jahren niemand mehr um ihn gekümmert. Das Gras ist inzwischen nämlich mehr als hüfthoch und scheinbar kümmert sich niemand mehr um das Grundstück. Oft trügt der Schein aber auch.

Daher sollte man nicht einfach schnurstracks in das Gebäude hineingehen. Erst mal gilt es in Ruhe abzuklären, ob es sich um einen echten Lost Place handelt. Doch wie geht das eigentlich? Eine gute Frage, die wir in diesem kleinen Artikel beantworten möchten. Und eines gleich vorweg, innerhalb weniger Sekunden geht das Ganze nicht vonstatten.

Dies gilt zumindest dann, wenn es sich nicht um einen bekannten Lost Place handelt oder aus dem Dach bereits Sträucher wachsen. So offensichtlich geht es bei Zufallsfunden nämlich nur selten zu. Hier ist echte Detektivarbeit gefragt, also das Inspizieren des Objekts. Wie das geht und worauf man zu achten hat, erfährst du im Folgenden. Nicht, dass du beim Erkunden vom Eigentümer überrascht wirst.

Gut zu wissen:
  • Um herauszufinden, ob ein potenzieller Lost Place verlassen ist, braucht man keine Fotoausrüstung. Diese kannst du aufgrund dessen gleich einmal zu Hause lassen. Sie stört nur unnötig beim Inspizieren.
  • Astreine Anzeichen für ein verwaistes Objekt sind mit Brettern vernagelte Türen und Fenster. Aber auch große Löcher im Dach und die obligatorischen Betreten-Verboten-Schilder sind erstklassige Hinweise.
  • Lässt sich anhand von Indikatoren nicht feststellen, ob das Bauwerk wirklich brach liegt, kann man das Internet befragen. Alternativ kann man das Objekt auch über mehrere Stunden im Visier behalten.

Wie wir in so einem Fall vorgehen:

Lost Place verlassen: Unsere Vorgehensweise

Sobald wir das Gefühl haben, dass es sich um einen Lost Place handeln könnte, schauen wir uns das Areal genauer an. Dabei haben wir aber nur die nötigsten Gegenstände dabei, um beim Observieren nicht weiter aufzufallen. Wir laufen also nicht mit einem voll bepackten Rucksack um das Objekt herum oder halten gar mit einem Fernstecher Ausschau nach Bewohnern.

So eine Vorgehensweise veranlasst die Nachbarn nur dazu die Polizei wegen Einbrechern zu alarmieren. Es genügt vollkommen wie ein Spaziergänger, um das Objekt zu laufen und sich den Zustand des Gartens und des Hauses näher anzusehen. Wirkt hierbei schon mal alles verlottert, handelt es sich vermutlich um einen Lost Place.

Manchmal kommt es aber auch vor, dass das Objekt von älteren Menschen bewohnt wird, die sich nicht mehr mit vollem Elan um den Garten kümmern können. Daher werfen wir immer einen Blick auf den Eingangsbereich. Am besten stapelt sich hier die Post samt Werbeprospekten. Aber auch ein Bewuchs mit Pflanzen oder eine dicke Staubschicht auf der Türklinke sind gute Anhaltspunkte.

Gut zu wissen:
Ein Blick ins Internet schadet beim Urban Exploring nie. Gerade bei Industriebrachen und sehr großen Gebäudekomplexen ist dies unsere Lieblingsvorgehensweise. Oft findet man zahlreiche Artikel in Zeitungsarchiven, dass die Firma oder der Besitzer pleitegegangen ist oder das Gelände aufgegeben wurde.

Worauf es beim Betreten des Grundstücks ankommt:

Lost Place Hinweise Indizien verlassen

Bei vielen potenziellen Lost Places gelangt man ohne große Anstrengungen auf das Gelände. In so einem Fall lohnt es sich immer einen Blick durch die Fenster zu werfen oder zuvor einfach mal zu klingeln. Nun lässt sich schnell erkennen, ob das Gebäude verlassen ist. Schließlich stehen in unbewohnten Gebäuden wenig bis gar keine Möbel herum und alles ist mit einer dicken Staubschicht überzogen.

Viel zu oft erkennt man beim Blick durch die Fenster auch schon die ersten Graffitis. Wer dann noch einmal genauer hinschaut, entdeckt viel zu oft die Spuren des Vandalismus. Scherben und anderer Müll liegen auf den Boden und die Einrichtung wurde zu Kleinholz geschlagen. Hierbei handelt es sich natürlich um eindeutige Hinweise.

Aber auch aufgebrochene Türen oder kaputte Fenster sind ein deutliches Indiz. Schließlich werden solche Schäden binnen kürzester Zeit von den Hausherren in Ordnung gebracht. Wer will denn schon in so einem Gebäude leben oder arbeiten? Das gilt übrigens auch, wenn die Türen in einem miserablen Zustand sind und die Klinken beim bloßen Ansehen abfallen.

Gut zu wissen:
Letztendlich zählt immer der Gesamteindruck der Immobilie. Gerade als Anfänger tut man sich hier aber sehr schwer. Mit der Zeit entwickelt man aber zum Glück ein Gefühl dafür, ob es sich um einen Lost Place handelt oder eher nicht. Wer sich sehr unsicher ist, kann abends Ausschau nach brennenden Lichtern oder parkenden Autos im Hof halten.