Gigantisches Sägewerk mit unzähligen Maschinen, Hallen & Nutzfahrzeugen!

Sägewerk-verlassen

Es ist ein idyllischer Frühsommertag, die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Gedankenlos sehe ich in der Ferne und erblicke einen kleinen Regionalbahnhof samt Parkplatz. Diesen steuere ich nichts ahnend an, um etwas Wasser aus dem Kofferraum zu holen. Kaum habe ich die Flasche an die Lippen gesetzt, sticht mir ein altes Fabrikgebäude ins Auge.

Es ist etwas zugewuchert und ein paar Scheiben sind durch Vandalen eingeschlagen worden. Dieser Anblick passt so gar nicht in die Umgebung. Der Bahnhof scheint frisch restauriert zu sein und die Parkfläche ist voll mit Autos. Hier herrscht eher reges Treiben. Hier kann es doch keinen Lost Place geben, schießt es mir durch den Kopf. Aber alles schaut nach einem verlassenem Sägewerk aus.

Ich schaue auf die Uhr und beschließe den Standort zu inspizieren. Dafür brauche ich nur auf den nahegelegenen Bahnsteig zu gehen und die angrenzenden Hallen zu begutachten. Ich erkenne ausgeblichene Betreten-Verboten-Schilder und dazu noch ein paar offenstehende Tore. Mein Interesse war geweckt. Ein Blick ins Innere würde sicherlich nicht schaden, dachte ich mir. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Anlage ist nicht nur von außen höchst interessant, sondern auch von innen. Ich konnte wenige Tage später eine kleine Reihe atemberaubender Fotos schießen. Was einen im Inneren erwartet und wie der Zustand der Immobilie ist, verrate ich dir in diesem kleinen Beitrag. Außerdem schildere ich meine persönlichen Eindrücke und enthülle ein paar brisante Details.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Das verlassene Sägewerk befindet sich in Bayern, und zwar im Regierungsbezirk Oberpfalz. Genauer gesagt steht das Anwesen nur wenige Kilometer außerhalb einer pulsierenden Großstadt. Es wundert mich wirklich, dass ich es nicht schon früher entdeckt habe.
  • Das Areal ist wirklich riesig. Neben mehreren Hallen und einem Verwaltungsgebäude gibt es hier auch noch einen kleinen Schrottplatz. Dort stehen mehrere alte Baumaschinen, die so gar nicht ins Bild eines verlassenen Sägewerks passen.
  • Das Objekt wirkt als wäre es über Nacht verlassen worden. Viele Maschinen und anderer Krimskrams stehen noch in den Gebäuden. Man entdeckt beim Erkunden kaum Graffiti oder andere Spuren des Vandalismus. Es handelt sich hier um eine echte Perle, weswegen wir die Lage nicht genauer beschreiben wollen.

Der Zustand des Lost Place Sägewerk:

Altes Hobelwerk

Bei einem flüchtigen Blick könnte man meinen, dass der Lost Place erst seit ein paar Wochen leersteht. Dem ist aber nicht so. So sind bereits Dächer mancher Hallen eingestürzt und man sieht von Zeit zu Zeit ein paar Schmierereien an den Wänden. Diese stellen aber die Ausnahme dar. Nur wenige Fenster wurden eingeschlagen und alles ist noch in einem guten Zustand.

Man kann wirklich erahnen, wie hier einst gearbeitet wurde. Dies liegt nicht zuletzt daran, weil sich noch viele Maschinen und Förderbänder im Inneren der Hallen befinden. Aber auch die Außenanlagen sind sehr interessant. Hier stehen verrostete Baumaschinen, alte Anhänger und eine ganze Menge an Gerümpel. Etwas versteckt hinter Bäumen erkennt man noch die Führerkabine eines Baggers.

Lost Place Bagger

Um alles gesehen zu haben, muss man ganz schön viel gehen. Das Areal ist wirklich gigantisch und man braucht fast eine Viertelstunde, um vom Anfang bis zum Ende zu gelangen. Zumindest gilt dies, wenn man schnurstracks durch das Anwesen läuft. Wer alles sehen möchte, muss deutlich mehr Zeit einplanen. Die Hallen sind verwinkelt und bis obenhin vollgepackt mit antiquierter Technik.

Man bekommt hier wirklich alles Mögliche zu Gesicht. Von Holzförderbändern bis hin zu alten Nutzfahrzeugen. Und es gibt bestimmt noch mehr zu bestaunen. Manche der Hallen sind nämlich verschlossen und es gibt unzählige kleine Büros in den jeweiligen Bauten. Es handelt sich also um einen waschechten Abenteuerspielplatz für jung gebliebene Erwachsene.

Gut zu wissen:
Manche Gebäude sind in einem schlechten Zustand. Die Dächer sind eingebrochen und die Decken durch Regen, Schnee und Feuchtigkeit morsch geworden. Man sollte daher tunlichst aufpassen, wo man hintritt. Am besten erkundet man den Ort zu zweit und setzt einen Helm auf. Ebenfalls sinnvoll sind Sicherheitsschuhe mit Durchtrittschutz.

Die Historie hinter dem Objekt:

Lost Place Sägewerk Innenraum

Wenn man sich im Inneren der verlassenen Firma umblickt, wirkt alles sehr durchstrukturiert. Aufgrund dessen kann man sich gar keinen Grund denken, warum dieses Sägewerk zu einem Lost Place verkommen ist. Außerdem war man hier vielseitig aufgestellt. Man hobelte und sägte nicht nur, sondern stellte auch eigene Produkte aus Holz her.

Warum es die Firma heute nicht mehr gibt, erschließt sich mir daher nicht. Im Objekt selbst gibt es auch keine Hinweise, warum es zu einer Schließung kam. Daher kann ich an dieser Stelle nur Mutmaßungen anstellen. Vielleicht gab es keinen Nachfolger oder niemand wollte die insolvente Firma aufkaufen. Denkbar wäre aber auch ein immer schlechter werdender Cashflow.

Alter LKW Anhänger

In dieser Gegend haben nämlich viele Sägewerke ihre Tore für immer geschlossen. Allerdings waren diese viel kleiner und daher bei Weitem nicht so produktiv wie dieses hier. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass der Betrieb samt seinem riesigen Fuhrpark und unzähligen Hallen unrentabel gewesen sein könnte. Allerdings stammen viele der Maschinen aus einer längst vergangenen Epoche.

Auch die Gebäude wurden bestimmt seit über 30 Jahren nicht mehr ordentlich instand gesetzt. Scheinbar lebte der Betrieb über mehrere Jahrzehnte von seiner Substanz und es mangelte an Investitionsmöglichkeiten. Ob dies der Grund für die Aufgabe des Objekts war oder ein anderer, werde ich euch leider nicht sagen können. Alles klingt so weit aber sehr plausibel.

Gut zu wissen:
Die Absatzzahlen sind in der deutschen Holzindustrie seit Jahren rückläufig. Daher schließen immer wieder Holz verarbeitende Betriebe, da sie aufgrund der Marktumstände nicht mehr rentabel betrieben werden können. Oft lohnt sich auch einfach die Investition in neue Maschinen nicht und eine Schließung ist die bessere Option.